Limitierte Neuauflage von Jochen Gerz‘ „Die Beschreibung des Papiers“ erscheint im Salon Verlag

Das Künstlerbuch mit dem gleichnamigen Werkkonvolut des deutschen Konzeptkünstlers war ursprünglich 1973 im Luchterhand Verlag erschienen. Gemeinsam mit Jochen Gerz initiierte die Stiftung Kunstfonds nun die Neuauflage in der Ex Libris-Reihe des Kölner Kunstbuchverlags.
Entstanden sind ein Buch und eine signierte und nummerierte Edition von Jochen Gerz, das sogenannte Ex Libris, mit einer neu verfassten Einführung der Autorin und Kunsthistorikerin Mechtild Widrich. Herausgeber sind der Kölner Salon Verlag und die Stiftung Kunstfonds.
Der einführende Text von Widrich überträgt das Werk, das ab 1968 an der Schwelle von Jochen Gerz‘ Beschäftigung mit visueller Poesie zu ersten konzeptuellen Arbeiten in der bildenden Kunst entstand, in die Gegenwart. Widrich zeigt auf, wie aktuell Gerz‘ experimenteller Umgang mit vermeintlich selbstverständlichen Gewohnheiten des Sehens, Lesens und Verstehens gerade angesichts einer zunehmend digitalisierten Bildwelt ist.
Parallel zur Neuauflage wird ein zweiter Teil der Werkgruppe als Schenkung des Künstlers in das Künstlerarchiv der Stiftung Kunstfonds eingehen. 2013 übergab Jochen Gerz in einem Vorlass neben anderen zentralen Werken aus allen Schaffensphasen bereits einen ersten Teil der „Beschreibung des Papiers“, bestehend aus Texten, Zeichnungen und Fotografien, an das Archiv.
Die Idee zur Neuauflage der Publikation entstand 2020: Im Rahmen ihrer Forschungsarbeit am Künstlerarchiv führte die Restauratorin Ulrike Förster mehrere Interviews mit dem Künstler zu der Werkgruppe durch. In einem der Gespräche entwickelte Gerz die Idee zur Neuauflage und Aktualisierung des Künstlerbuchs. Ziel von Försters Forschungsarbeit war die Bestandsaufnahme der im Archiv befindlichen ersten Arbeiten aus „Die Beschreibung des Papiers“ sowie ein Instandhaltungskonzept.
Jochen Gerz (*1940) ist ein deutscher Konzeptkünstler der ersten Generation. Seine Kunst ist seit den sechziger Jahren oft partizipativ. Sie bedient sich der unterschiedlichsten Medien wie Text, Fotografie, Video, Performance und – wie seine international diskutierten Erinnerungsarbeiten – des öffentlichen Raums. 1976 bespielte er bei der Biennale Venedig den deutschen Pavillon gemeinsam mit Joseph Beuys und Reiner Ruthenbeck, 1977 und 1987 nahm er an der documenta teil. Seine Werke sind vielfach ausgezeichnet und international in Ausstellungen und Sammlungen vertreten. Gerz hat einen Großteil seines Lebens in Frankreich verbracht, heute lebt und arbeitet er in Irland.
Jochen Gerz
Die Beschreibung des Papiers
Hrsg. SALON VERLAG & EDITION und Stiftung Kunstfonds, Köln, 2021
80,- Euro (Buchausgabe mit signiertem und nummeriertem Ex Libris)
400,- Euro (Sammlerausgabe mit signiertem und nummeriertem Din A4)
Weitere Informationen und Bestellmöglichkeit: www.salon-verlag.de
Pressekontakt Stiftung Kunstfonds:
Jenny Fleischer
Telefon 0228 33 65 69-18
presse@kunstfonds.de
Über den Salon Verlag: 1995 gründete der Künstler Gerhard Theewen den Kölner Salon Verlag. Seitdem wurden etwa 600 Künstlerbücher verlegt, u.a. von Lawrence Weiner, Nora Schattauer, Hans-Peter Feldmann, Rosemarie Trockel, Mark Dion u.v.m. 2002 gründete er die Edition Ex Libris, für die der eingeladene Künstler sein „Lieblingsbuch“ für einen Reprint auswählt, den er dann mit einem neuen Umschlag versieht und um sein persönliches Ex Libris ergänzt. www.salon-verlag.de
Über die Stiftung Kunstfonds: Die Stiftung Kunstfonds ist eine bundesweit agierende, autonome Fördereinrichtung, die getragen wird von Künstlerverbänden und Organisationen des Kunstbetriebs. Sie wird finanziell gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Stiftung Kulturwerk der VG-Bild-Kunst. Die Stiftung Kunstfonds setzt sich dafür ein, künstlerisches Schaffen bundesweit zu fördern und die Vermittlung zeitgenössischer bildender Kunst zu unterstützen. Dafür vergeben wir Stipendien und Projektzuschüsse, unterstützen Kunstvermittler:innen bei Ausstellungen, Veröffentlichungen und Publikationen und erhalten künstlerisches Lebenswerk. Mit dem Künstlerarchiv betreibt die Stiftung Kunstfonds ein Modellprojekt, das zeitgenössische künstlerische Oeuvres sammelt, sie für restauratorische und kunsthistorische Forschung zugänglich macht und sich dafür einsetzt, dass die Kunstwerke in der Öffentlichkeit sichtbar bleiben. Gleichzeitig fungiert das Archiv in einem breiten wissenschaftlichen Netzwerk als Fachzentrum für den Umgang von Nach- und Vorlässen bildender Künstler:innen.
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