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Forschungsprojekt zur "Schule von Lublin"

Kunstfonds initiiert mit Uni Münster Veranstaltungsreihe

Foto: Stefan Kiełsznia, ulica Nowa 17, Lublin 1930er Jahre, Foto: David Brandt, Ulrike Grossarth, Running Lubartowska, Dresden 2010, © Ulrike Grossarth
Foto: Stefan Kiełsznia, ulica Nowa 17, Lublin 1930er Jahre, Foto: David Brandt, Ulrike Grossarth, Running Lubartowska, Dresden 2010, © Ulrike Grossarth

Ulrike Grossarths' "Die Schule von Lublin"

Das Künstlerarchiv der Stiftung Kunstfonds bewahrt Werke zeitgenössischer bildender Künstler:innen und nimmt regelmäßig die den Arbeiten zugrunde liegenden künstlerischen Ideen zum Anlass, um Ausstellungen und Veranstaltungen zu initiieren. So auch zum Kunstprojekt „Die Schule von Lublin“ von Ulrike Grossarth, von der ein erster Vorlass 2021 ins Künstlerarchiv eingehen wird.

Seit 2006 arbeitet die Tänzerin, Künstlerin und documenta-Teilnehmerin Grossarth an diesem künstlerischen Vorhaben: In Performances, Ausstellungen und Einzelwerken setzt sie sich u.a. mit dem jüdischen Erbe der polnischen Stadt Lublin auseinander und hinterfragt kulturhistorische Denk-, Sprach- und Darstellungstraditionen.

Dabei versteht Grossarth „Die Schule von Lublin“ metaphorisch als Denkschule und den Versuch, den üblichen Kanon aus Kunst- und Kulturbegriffen um Grundlagen aus jüdischen Denk- und Lehransätzen zu erweitern. Bildlicher Ausgangspunkt ist das Fotoarchiv von Stefan Kiełsznia, in dessen Fokus Straßenszenen aus den 1930er Jahren in Lublin stehen. Die chassidisch geprägten Schriften und Lehren von Jakob Jitzchak Horowitz (1745-1815), dem „Seher von Lublin“, bilden die textliche Grundlage.

Veranstaltungen bis Herbst 2021

Gemeinsam mit der Universität Münster setzt die Stiftung Kunstfonds ab dem Sommersemester 2021 ein Forschungsprojekt zusammen mit Studierenden und mit folgenden Veranstaltungselementen um:

  • Ein Praxisseminar unter der Leitung von Pia Gamon (Stiftung Kunstfonds), Prof. Dr. Regina Grundmann (Institut für jüdische Studien) und Dr. Eckhard Kluth (Zentrale Kustodie) diskutiert mit der Künstlerin und Expert:innen aus Museen und jüdischen Gemeinden Grossarths künstlerische Idee sowie neue Ansätze zum Umgang mit Begrifflichkeiten und Bildtraditionen bei der Darstellbarkeit jüdischen Lebens. Das Seminar dient als Vorbereitung einer Ausstellung von Ulrike Grossarth im November 2021 und an der Universität Münster.
  • Am 30.5. 2021 um 18 Uhr wird die öffentliche gestreamte Podiumsdiskussion „Miteinander, Auseinander? Diskussion zu jüdischem Leben in Deutschland“ stattfinden. Mit Ulrike Grossarth diskutieren u.a. Gerald Beyrodt (Religionsexperte und Autor für den WDR und DLF), Anna Schapiro (Künstlerin, bis 2017 Meisterschülerin von Ulrike Grossarth an der HBK Dresden sowie Mitherausgeberin der Zeitschrift Jalta) und Levi Israel Ufferfilge ( Schulleiter der Jewish International School - Masorti Grundschule in Berlin und Rabbiner-Anwärter Zacharias Frankel College & School of Jewish Theology Universität Potsdam).
  • Am 14.11. 2021zwischen 18-20 Uhr wird Ulrike Grossarth ihre Ausstellung „Die Schule von Lublin“ im Forum des Münsteraner Philosophikums mit einer Tauschaktion eröffnen. Inspiriert vom regen Handel in Lublins Straßenbildern der 1930er und unter Bezug auf die „Vita Activa“ von Hannah Arendt formuliert Grossarth über Warentausch-Handlungen Fragen nach Werten und ihrer Entstehung unter Einbindung des Seminarthemas.

 

Festjahr 1700 Jahre Jüdisches Leben in Deutschland

Das Projekt zu Ulrike Grossarths „Die Schule von Lublin“ wird vom Verein 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland gefördert. Weitere Informationen zum Festjahr 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland finden Sie hier.

Förderer von 1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland ist das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat.

Ansprechperson für Rückfragen zum Projekt ist Pia Gamon (gamon@kunstfonds.de), Kuratorin Künstlerarchiv.