Eva-Maria Schön

Eva-Maria Schön (*1948, Dresden) beschäftigt sich in ihrem Werk mit der Prozesshaftigkeit sowie mit den Einflüssen von Zeit, Zufall und Körper auf ihre künstlerische Produktion. Zu ihrem vielfältigen Œuvre gehören u.a. Zeichnungen, Tuschearbeiten, Fotogramme, Videos und Installationen.
Die Künstlerin arbeitet meist seriell und in Werkreihen. Diese sind häufig geprägt von einer vorab konzipierten künstlerischen Vorgehensweise, in der Eva-Maria Schön beispielsweise Bewegungsabläufe und die Beschaffenheit der verwendeten Materialien präzise definiert. Mit Experimentier- und Spielfreude lotet sie dann im Prozess aus, welche Räume für Faktoren wie Zufall und Körperlichkeit bleiben und welchen Einfluss sie auf die entstehenden Werke nehmen.
So setzt die Künstlerin in ihrer Werkreihe „Atemstücke“ (seit 2013) den variierenden Rhythmus ihres Ausatmens ein, um Farbe auf Papier zu verteilen. In „Doppelstücke“ (seit 1992) versucht Eva-Maria Schön, Bewegungen beim Farbauftrag auf Papier, für den sie mal einen Spachtel, mal ihre bloßen Hände nutzt, zweimal identisch zu wiederholen. In „Handvokabular“ (seit 1996) trägt sie, festen Bewegungsmustern folgend, verdünnte dunkle Farbe auf glatten Karton auf: Jedes einzelne Werk ist dennoch individuell und Faktoren wie Schnelligkeit, Richtung und Druckkraft ihrer Handbewegungen werden sichtbar.
Der künstlerischer Vorlass, den Eva-Maria Schön 2025 dem Künstler:innenarchiv übergab, umfasst groß- und kleinformatige Tusche- und Leporelloarbeiten, fotografische Arbeiten mit Tusche sowie zahlreiche Ephemera, u.a. Kataloge, Einladungskarten und Zeitungsartikel, die einen vertieften Einblick in das Werk der Künstlerin geben.
Eva-Maria Schön lebt und arbeitet in Berlin. 2020 wurde sie mit dem Fritz-Winter-Preis ausgezeichnet. Sie erhielt zahlreiche Stipendien und Residenzen, wie u.a. der Fondazione Casa Bedigliora in der Schweiz (2014), des Shenzhen Fine Art Institutes in China (2003) oder der Villa Romana in Italien (1982). Zu ihren Ausstellungsorten zählen u.a. das Kunstmuseum Bonn, die Rotterdamer Galerie Phoebus und das Museum für Fotografie, Berlin (alles 2022), die Pinakothek der Moderne München und die Kunstsammlung Jena (beides 2021), das NGBK Berlin (2020), der Kunstverein Gießen (2018) sowie das Museum für zeitgenössische Kunst in Novi Sad in Serbien (2016).
Kurzbiografie
- geb. 1948 in Dresden
- 1966-69 Ausbildung als Fotografin bei Lore Bermbach
- 1970-74 Studium an der Fachhochschule für Grafik, Düsseldorf
- 1974-78 Studium an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf
- 1982 Villa Romana, Florenz
- 1985-2005 Lehrtätigkeit u.a. an der HdK Berlin (heute UdK Berlin) sowie den Kunsthochschulen Kassel und Bremen
- 2023 Auszeichnung mit dem Fritz-Winter-Preis
- 2020 Auszeichnung Fritz-Winter-Preis
- 2024 Auszeichnung mit dem ILB Kunstpreis Potsdam
- Lebt seit 1980 in Berlin
- HP Alvermann
- Renate Anger
- Pidder Auberger
- Horst Bartnig
- Hartmut Böhm
- Silvia Klara Breitwieser
- Gerda Brodbeck
- Ursula Burghardt
- Bernd Damke
- Stefan Demary
- Otto Dressler
- Martin Engelman
- Eduard Franoszek
- Ludger Gerdes
- Jochen Gerz
- Dieter Goltzsche
- Ulrike Grossarth
- Barbara Hammann
- Jockel Heenes
- Paul Heimbach
- Horst Egon Kalinowski
- Herbert Kaufmann
- Edgar Knoop
- Diethelm Koch
- Godehard Lietzow
- Erich Lütkenhaus
- Elisabeth Marx
- Karl Marx
- Floris M. Neusüss
- Beate Passow
- Herbert Press
- Fritz Rahmann
- Otfried Rautenbach
- Reiner Ruthenbeck
- Eva-Maria Schön
- Joachim Schmid
- Kurt M. Schulz-Schönhausen
- Helen Spoerri
- Peter Vogt
- Josef Wedewer
- Renate Weh
- Andreas von Weizsäcker
- Gerhard Wind