Beate Passow

Beate Passow (*1945, Stadtoldendorf) ist eine vielfach ausgezeichnete Installations- und Fotokünstlerin. Sie beschäftigt sich bereits seit Mitte der 1980er Jahre mit historischen und politischen Themen und setzt sich gegen das Vergessen ein. Ein künstlerischer Fokus liegt auf der Sichtbarmachung der Spuren des Nationalsozialismus und des Rechtsextremismus, insbesondere der 1990er Jahre. Darüber hinaus befasst sich die in München lebende Künstlerin mit Themen wie Freiheitsbeschränkungen und Menschenrechtsverletzungen und zeigt dabei Formen des Aufbegehrens gegen Unrecht und Gewalt auf.
Für ihre Kunst recherchiert Beate Passow in Archiven, sammelt dokumentarische Fundstücke und sucht Kontakt und Austausch mit Menschen, die Gewalterfahrung gemacht haben. Die Ergebnisse ihrer Recherchen inszeniert sie in fotografischen Serien, Objektkästen sowie in Installationen und Interventionen im städtischen Raum. Seit einigen Jahren gehören auch Tapisserien und Stickarbeiten zu ihren Medien.
So stellte die Künstlerin beispielsweise 1993 gestreifte Häftlingskleidung aus, drapiert auf rotem Satin in einer Modevitrine auf einer Münchner Einkaufsstraße. Die Intervention „KZ-Mantel 17411“ verwies auf die von den Nationalsozialisten betriebene Schikane, Stigmatisierung und Anonymisierung von Menschen und holte die Erinnerung daran in die Gegenwart der Passant:innen zurück.
Beate Passow übergab 2025, im Jahr ihres 80. Geburtstages, erste Teile ihres künstlerischen Vorlasses an das Künstler:innenarchiv, darunter zunächst Fotografien, weitere Kunstwerke und Ephemera sollen folgen.
Ihr Werk wurde bereits häufig national und international ausgestellt, u.a. in der neuen Gesellschaft für bildende Kunst Berlin (1996) oder zuletzt in der Bundeskunsthalle Bonn (2024). Einzelausstellungen fanden u.a. 1990 im Lenbachhaus München, 1995 im Dortmunder Museum am Ostwall, 2000 im MAK Center for Art and Architecture in Los Angeles, 2005 im Jüdischen Museum Wien oder 2020 im Museum Villa Stuck in München statt. Beate Passow erhielt 2017 den Gabriele-Münter-Preis.
Kurzbiografie
- 1945 geboren in Stadtoldendorf, Kr. Holzminden
- 1969-75 Studium and der Akademie der Bildenden Künste, München
- 1991 Arbeitsstipendium der Stiftung Kunstfonds, Bonn
- 1995 Beate Passow realisierte gemeinsam mit Andreas von Weizsäcker das europäische Projekt „Wunden der Erinnerung“ mit Werken im öffentlichen Raum
- 1999 Förderung des Instituts für Auslandsbeziehungen, Stuttgart
- 2002 Kunstpreis der Landeshauptstadt München
- 2017 Gabriele Münter Preis
- 2025 Stipendium des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia, Bamberg
- HP Alvermann
- Renate Anger
- Pidder Auberger
- Horst Bartnig
- Hartmut Böhm
- Silvia Klara Breitwieser
- Gerda Brodbeck
- Ursula Burghardt
- Bernd Damke
- Stefan Demary
- Otto Dressler
- Martin Engelman
- Eduard Franoszek
- Ludger Gerdes
- Jochen Gerz
- Dieter Goltzsche
- Ulrike Grossarth
- Barbara Hammann
- Jockel Heenes
- Paul Heimbach
- Horst Egon Kalinowski
- Herbert Kaufmann
- Edgar Knoop
- Diethelm Koch
- Godehard Lietzow
- Erich Lütkenhaus
- Elisabeth Marx
- Karl Marx
- Floris M. Neusüss
- Beate Passow
- Herbert Press
- Fritz Rahmann
- Otfried Rautenbach
- Reiner Ruthenbeck
- Eva-Maria Schön
- Joachim Schmid
- Kurt M. Schulz-Schönhausen
- Helen Spoerri
- Peter Vogt
- Josef Wedewer
- Renate Weh
- Andreas von Weizsäcker
- Gerhard Wind