Leihgaben des Künstlerarchivs für Eltern-Kind-Zentrum der Uniklinik Bonn

„Kunst hilft heilen“ lautet das Motto des Kunstkonzepts des neu eröffneten Eltern-Kind-Zentrums (ELKI) der Universitätsklinik Bonn. Das unter der Leitung der Bonner Galeristin Gisela Clement erarbeitete Konzept geht von dem positiven Einfluss von Kunst auf den Genesungsprozess der Kinder und Jugendlichen aus. Leihgaben aus dem Künstlerarchiv der Stiftung Kunstfonds von Renate Anger, Ludger Gerdes und Paul Heimbach werden zur Gestaltung der neuen Räumlichkeiten beitragen.
Renate Angers (1943-2008) Kunst findet durch Reduktion und Wiederholung von Farbe und Form ihre Dichte und leuchtende Intensität. Konnotationen an gegenständliche Vorgaben bestehen, bunte Luftballons lösen sich aus ovalen Formen und steigen in den Himmel. 2002 nahm Anger an einem Ikonenmalkurs teil und erfuhr, wie jeder Farbe traditionell eine festgelegte Bedeutung zugeordnet wird. Dadurch angeregt entwickelte sie ein eigenes Farb-Alphabet, aus dem sie Schriftauszüge der Weltreligionen mit farbigen Punkten entstehen ließ.
Ludger Gerdes (1954-2008) beschäftigte sich mit der Frage der Darstellbarkeit von Ideen in der Kunst und den Möglichkeiten, unter denen sie Anlass zu Kommunikation schafft. Auch seine eigene Rolle im System Kunstbetrieb umkreiste er in Wort und Bild thematisch. In einer Serie von Grafiken nutzt er Schlagworte seiner Denkmodelle zwischen Unterkomplexität, Innenstadt und Kirche und weist mit Pfeilen nur vermeintlich in eindeutige Richtungen.
Paul Heimbach (1946-2013) geht von den drei Farben Blau, Rot und Gelb aus und schafft durch Überlagerung, Vermischung und Kombination seriell angelegte Arbeiten in handgezeichneten Farblinien. Die Grafiken zeigen mathematisch umgerechnete Lebensdaten berühmter Persönlichkeiten anhand von Farbbahnen, die jeweils von Tag, Monat und Jahr des Geburts- und Sterbedatums ausgehen. Die Repetitionsstruktur ergibt sich aus den Zahlenwerten der Daten.
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