Leihgabe von Reiner Ruthenbeck im Kunstmuseum Villa Zanders

Aus einem sehr großen Stapel fester weißer Papierquadrate das Kunstwerk „Weißer Papierhaufen“ von Reiner Ruthenbeck (1937-2016) entstehen zu lassen, klingt einfacher, als es ist. Jedes einzelne Blatt Papier muss per Hand mit dem rechten Druck zerknüllt werden. Der Künstler hat präzise Anweisungen für die geforderte „Knülltechnik“ hinterlassen und noch zu Lebzeiten Pia Gamon, Kuratorin im Künstlerarchiv, für den Aufbau seiner Papierhaufen autorisiert.
Angesichts der soliden Sperrigkeit des kompakten Papiers gestaltet sich der mehrstündige Aufbau des Werks sportlich und wird von lautem, stetigen Papiergeraschel begleitet. Mit Anwachsen des Papierhaufens entfaltet sich die Leichtigkeit luftig aufgetürmter Knülle. Dabei entwickelt das papierne Material durchaus Eigendymamiken. Am Ende steht ein spitz zulaufender, idealer Kegel weißen Papiers, dessen Volumen sich vervielfacht und dessen Materialgewicht sich im Verhältnis dazu scheinbar verflüchtigt hat. Ganz im Sinne Ruthenbecks lebt die Arbeit von der Spannung zwischen Festigkeit und Leichtigkeit.
„Weißer Papierhaufen“ aus dem Jahr 1978/79 ist ab dem 10. Juni 2020 in der Sammlungspräsentation „Kunst auf Papier“ im Kunstmuseum Zanders in Bergisch Gladbach zu sehen.
Das Künstlerarchiv der Stiftung Kunstfonds bewahrt seit 2012 zahlreiche Werke Ruthenbecks aus allen Phasen seines Schaffens. Aus dem Nachlass folgten 2019 weitere Werke, darunter frühe Zeichnungen und Fotografien, und sämtliche Konzept-Arbeiten des Künstlers, die seine Witwe Erika Ruthenbeck dem Künstlerarchiv übergab. Die konzeptuellen Werke wurden seit 2012 in Leihgaben und Ausstellungen in enger persönlicher Absprache mit dem Künstler installiert, nach seinem Tod entsprechend seiner Vorgaben. All seine mündlichen, schriftlichen und bildlichen Anleitungen wurden im Archiv dokumentiert und dienen für spätere Installationen, Leihgaben, Ausstellungen und wissenschaftlichen Forschungen als wichtige Quellen zur künstlerischen Konzeption.
Informationen zur Ausstellung finden Sie hier.
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