„Heute, heute, nur nicht morgen…Wer bestimmt unser Kunsterbe?“ – Publikation der Stiftung Kunstfonds erscheint im Salon Verlag

Wie bewahren wir die Lebenswerke bildender Künstler:innen der Gegenwart? Seit geraumer Zeit gewinnt diese Frage an Relevanz und Dringlichkeit. Denn allen Akteuren des Kunstbetriebs ist bewusst, dass nicht jedes zeitgenössische künstlerische Gesamtwerk für die Nachwelt erhalten werden kann: Museen, Galerien, Archive und Lager sind voll. Doch wer entscheidet, was bleibt? Gemeinsam mit der Akademie der Künste Berlin hat die Stiftung Kunstfonds Anfang 2021 einen Diskussionsprozess gestartet, der die Perspektive von Künstler:innen in den Mittelpunkt stellt. Die begleitende Publikation mit mehr als 30 Künstler:innen-Statements erscheint jetzt im Salon Verlag.
Christiane Möbus kann sich vorstellen, kurz vor ihrem Tod eine Tombola mit ihren Kunstwerken als Gewinne zu veranstalten. Bjørn Melhus meint, sein Lebenswerk passt vermutlich auf einen Chip in der Größe eines Fingernagels, den dann allerdings eine vertrauensvolle Person verwalten müsste. Katharina Grosse hat eine gemeinnützige Stiftung gegründet und Norbert Radermacher fragt sich, ob nicht jede:r Künstler:in beizeiten mit dem Entrümpeln starten sollte. John Bock und Tatjana Doll haben ihre Ideen in Skizzen festgehalten. So unterschiedlich wie die Arbeitsweisen und Kunstwerke der Künstler:innen, die mit ihren Statements im Buch erscheinen, sind auch die Ansätze dazu, wie mit künstlerischen Nachlässen umzugehen ist.
Flankiert werden die Statements mit Autor:innennbeiträgen u.a. von Robert Kudielka, Kunsttheoretiker, Simone Schimpf, Direktorin Neues Museum Nürnberg, Beate Söntgen, Professorin für Kunstgeschichte Leuphana Universität, Kolja Reichert, Journalist und Kurator für Diskurs an der Bundeskunsthalle Bonn, sowie von den Künstlern Bogomir Ecker, Jochen Gerz und Frank Michael Zeidler.
Die publizierten Statements der Künstler:innen sind die Basis eines von der Stiftung Kunstfonds initiierten und in Kooperation mit der Akademie der Künste umgesetzten Diskussionsprozesses zum Umgang mit künstlerischen Nachlässen. In einer Fachveranstaltung im Mai 2022 in Berlin soll die angestoßene Diskussion weiter vertieft werden.
Hier erhalten Sie einen Blick ins Buch.
Die Stiftung Kunstfonds dankt allen Künstler:innen, die zur Publikation beigetragen haben:
Rosa Barba, John Bock, Monika Brandmeier, Mariola Brillowska, Lutz Dammbeck, Tatjana Doll, Arnold Dreyblatt, Thomas Florschuetz, Mechthild Frisch, Else Gabriel, Tamara Grcic, Ulrike Grossarth, Katharina Grosse, Monika Grzymala, Stephan Huber, Magdalena Jetelová, Harald Klingelhöller, Raimund Kummer, Bjørn Melhus, Nanne Meyer, Christiane Möbus, Norbert Radermacher, Thomas Rentmeister, Ulrike Rosenbach, Karin Sander, Jörg Sasse, Thomas Scheibitz, Pia Stadtbäumer, Dorothee von Windheim, Georg Winter
Heute, heute, nur nicht morgen...Wer bestimmt unser Kunsterbe?
- Hrsg. SALON VERLAG & EDITION und Stiftung Kunstfonds in Kooperation mit der Akademie der Künste Berlin, Köln 2021
- ISBN 978-3-89770-557-9
- Preis: 28,- Euro
- Zur Bestellung auf der Website des Salon Verlags
Pressekontakt :
Jenny Fleischer
T: 0176 50128587
E: presse@kunstfonds.de
Über die Stiftung Kunstfonds: Die Stiftung Kunstfonds ist eine bundesweit agierende, autonome Fördereinrichtung, die getragen wird von Künstlerverbänden und Organisationen des Kunstbetriebs. Sie wird finanziell gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Stiftung Kulturwerk der VG-Bild-Kunst. Die Stiftung Kunstfonds setzt sich dafür ein, künstlerisches Schaffen bundesweit zu fördern und die Vermittlung zeitgenössischer bildender Kunst zu unterstützen. Dafür vergeben wir Stipendien und Projektzuschüsse, unterstützen Kunstvermittler:innen bei Ausstellungen, Veröffentlichungen und Publikationen und erhalten künstlerisches Lebenswerk.
Über den Salon Verlag: 1995 gründete der Künstler Gerhard Theewen den Kölner Salon Verlag. Seitdem wurden etwa 600 Künstlerbücher verlegt, u.a. von Lawrence Weiner, Nora Schattauer, Hans-Peter Feldmann, Rosemarie Trockel, Mark Dion u.v.m. www.salon-verlag.de
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