„Fluxus und darüber hinaus“: Museum Ludwig würdigt das Werk von Ursula Burghardt

Ursula Burghardt (1928-2008) war eine bedeutende Vertreterin des Fluxus. Sie prägte die Kunst-Bewegung insbesondere in ihren Kölner Anfangsjahren in den 1960er Jahren. Ein großer Teil ihres künstlerischen Nachlasses gehört zum Künstler:innenarchiv der Stiftung Kunstfonds. Nun konnte das Archiv dem Museum Ludwig 20 Kunstwerke und zahlreiche Ephemera Burghardts als Leihgabe zur Verfügung stellen.
Mit seiner aktuellen Ausstellung betrachtet das Museum Ludwig die bis heute einflussreiche Fluxus-Bewegung der 1960er Jahre neu. Ausgangspunkt sind die Werke der Künstler:innen Ursula Burghardt und Benjamin Patterson (1934-2016). Beide waren mit dem Fluxus-Netzwerk eng verbunden, blieben aber aus unterschiedlichen Gründen eher an dessen Peripherie.
Der erste Teil der Ausstellung ist den Anfängen von Fluxus mit in Köln, Wiesbaden und Wuppertal und mit einem Blick nach Paris und New York gewidmet. Im zweiten und dritten Teil stehen die Arbeiten von Burghardt und Patterson im Fokus, wobei auch die Brüche der jeweiligen Biografien und Karrieren beleuchtet werden.
Ursula Burghardt floh 1936 mit ihren Eltern vor der Verfolgung jüdischer Menschen durch die Nationalsozialisten nach Buenos Aires. Dort studierte sie Malerei und Grafik, später in Paris Bildhauerei. Burghardt hatte bereits an vielen Ausstellungen in Südamerika teilgenommen, als sie 1957 mit ihrem Mann, dem Komponisten Mauricio Kagel, nach Köln übersiedelte. Lange Zeit arbeitete sie ohne eigenes Atelier und kümmerte sich neben der Kunst auch um ihre Familie. Mitte der 1960er Jahre wandte Burghardt sich von der abstrakten Skulptur ab und begann, Alltagsobjekte aus Metall und Stoffen nachzuformen. Neben Metall-Objekten entstanden auch Skulpturen aus Matratzendrell, aus Holz und Glas. In ihrem Spätwerk schuf Ursula Burghardt vor allem surreal anmutende Collagen und Zeichnungen. Seit 2012 befinden sich viele Werke aus ihrem Nachlass im Künstler:innenarchiv, einen Einblick in den Werkbestand erhalten Sie HIER.
Benjamin Patterson, in Pittsburgh geboren und studierter Musiker, hatte um 1960 viele Partituren geschaffen und organisierte mit George Maciunas 1962 in Wiesbaden die Fluxus: Internationale Festspiele Neuester Musik, die als Geburtsstunde von Fluxus gelten. Danach unterbrach er seine Karriere für eine 22-jährige Erwerbsarbeit in den USA. Er fällte seine Entscheidung vor dem Hintergrund eines weiß dominierten künstlerischen Umfelds, mit dem er eine „tiefsitzende Entfremdung" verband. Erst 1988 griff Patterson seine künstlerische Arbeit wieder auf.
- „Fluxus und darüber hinaus: Ursula Burghardt, Benjamin Patterson“
- bis 9.2.2025 im Museum Ludwig, Heinrich-Böll-Platz, 50667 Köln
- Weitere Infos zu Ausstellung, Katalog und Begleitprogramm
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