Eine Erinnerung an Renate Anger und Herbert Press

Die künstlerischen Nachlässe der Malerin Renate Anger (1943-2008) und des Bildhauers Herbert Press (1933-2002) sind zentrale Œuvres im Bestand des Künstler:innenarchivs der Stiftung Kunstfonds. Beide hätten im April 2023 runde Geburtstage begangen: Renate Anger wäre am 19. April 80 Jahre, Herbert Press am 24. April 90 Jahre alt geworden.
Von Herbert Presshat das Archiv neben Skizzen und Zeichnungen rund 400 Skulpturen aus Bronze, Eisen und Stahl im Bestand. In seinen Werken spielte Press mit der Balance zwischen Schwere und Leichtigkeit: In surrealistischer Manier türmte er unterschiedlichste Formen aufeinander oder schweißte deformiertes Metall an von Rost zerfressenes Eisen. Der Metallmassen und ihren klobigen Formen zum Trotz, gelang es Herbert Press, den Skulpturen eine skurrile Leichtigkeit zu verleihen: Sie wirken archaisch und doch futuristisch.
Erste Skulpturen aus Metallschrott schuf Press während seines Studiums an der TU Berlin in den 1950er Jahren. Einige von ihnen sind bis heute im öffentlichen Raum in und um Berlin zu finden, seiner Geburtsstadt, in der er bis zu seinem Tod lebte.
Renate Angerwar Malerin, ihre Kunst dachte sie jedoch über die Grenzen von Leinwand und Skizzenblatt hinaus: Für Anger war Malerei ein räumliches Ereignis. Im Archivbestand befinden sich daher neben Gemälden und Skizzen auch Installationen und großformatige Arbeiten, wie die Serie „Tagewerke“, die ab 2002 entstand: raumfüllende Stoffbahnen, bemalt mit einem bunten Farbalphabet. Dafür wies Anger jedem Buchstaben einen Farbton zu und ließ diese, wie Schrift, von links nach rechts laufen. Die Punkte stehen für übersetzte Zitate über, im weitesten Sinne, die Liebe, welche allesamt aus religiösen Texten der großen Weltreligionen stammen.
Renate Anger studierte an der Städelschule in Frankfurt und als Malerin in der Hamburger Bildhauerklasse von Franz Erhard Walther. Es folgten Aufenthalte an der Villa Massimo und im Künstlerhaus Bethanien. Sie war Professorin für Experimentelle Malerei an der Muthesius-Hochschule Kiel, 2002 erhielt sie den Käthe-Kollwitz-Preis.
Ausstellung „reMember“: Künstlerverein Malkasten zeigt Werke von Stefan Demary
Das Künstler:innenarchiv der Stiftung Kunstfonds unterstützt die Ausstellung mit zwölf Leihgaben aus dem künstlerischen Nachlass des 2010 verstorbenen Künstlers. Sie ist bis zum 8. September 2026 im Malkastenforum in Düsseldorf zu…
Jetzt Bewerben: Das Förderprogramm KUNSTFONDS_Plattformen ist gestartet!
Das Programm richtet sich an Einrichtungen, Kunstorte, freie Kurator:innen und Kollektive, die zeitgenössische bildende Kunst präsentieren und vermitteln. Gefördert werden umfassende, auch mehrmonatig konzipierte Projektvorhaben der…
Kunstpreise 2026 der Stiftung Kunstfonds: Der Kalinowski-Preis würdigt Gin Bahc, der Förderpreis Schulz-Schönhausen Julia Pietschmann
Die Vergabe von Kunstpreisen ist ein wichtiger Baustein der Förderpraxis der Stiftung Kunstfonds. Beide Preise sind von Künstler:innen gestiftet, werden vom Kunstfonds vergeben und haben das Ziel, relevante künstlerische Positionen zu…


