• Aktuelles
  • Künstler:innenarchiv

„Renate Weh – Welcome Back!“: Verlängert bis 6. September 2026

Renate Weh, Künstler:innenarchiv Stiftung Kunstfonds / Vorlass Renate Weh
Renate Weh, Künstler:innenarchiv Stiftung Kunstfonds / Vorlass Renate Weh

Gute Nachrichten für alle Kunstinteressierten, die es bisher noch nicht nach Soest geschafft haben: Die Retrospektive der Künstlerin Renate Weh im Museum Wilhelm Morgner ist noch bis zum 6. September zu sehen! Das Künstler:innenarchiv der Stiftung Kunstfonds engagiert sich seit 2022  dafür, das bemerkenswerte Lebenswerk der zu lang in Vergessenheit geratenen Künstlerin wieder in die Öffentlichkeit zu bringen. Es betreut Renate Wehs künstlerischen Vorlass und konnte bereits mit einer Ausstellung in Brauweiler und der Herausgabe einer Publikation ihr Werk wissenschaftlich aufarbeiten und einem breiteren Publikum zugänglich machen. 

Bereits 1969 war Renate Weh (*1938) in Soest zu Gast: Damals gewann sie den Wilhelm-Morgner-Preis der Stadt – und löste einen Skandal aus. Die Künstlerin hatte zwei Holzleitern „eingesiebt“: Größere Mengen Sand, den sie mit Quarz und Kalk mischte, ließ sie durch ein Sieb über die Objekte rieseln. Material und Methode, beide von der Künstlerin entwickelt, ließen eine neue Form der vergänglichen Skulptur entstehen. Die damalige Jury des Preises war begeistert, das Publikum zum Teil empört. Der Vorwurf „Das ist keine Kunst!“ zog durch Stadt und Land und hallte auch in der bundesweiten Presse wider. 

57 Jahre später heißt das Museum Wilhelm Morgner das Werk der Künstlerin, die sich in den 1970er-Jahren ins Private zurückzog, erneut in Soest willkommen. Die Retrospektive zeigt mehr als 33 Leihgaben aus dem Kunstfonds-Archiv. Sie geben Einblick in die zentralen Werkphasen Renate Wehs, darunter „Einsiebungen“ aus Quarzsand, textile „Einkleidungen“ und „Eintauchungen“ in Wachs. Darüber hinaus vermitteln Presseartikel, Fotografien und Filmberichte die damalige Bekanntheit Renate Wehs und die Kunstdebatten aus dieser Zeit.

Das Museum Wilhelm Morgner feiert mit der Retrospektive Renate Weh, einer Rückschau auf den Skandal um den Kunstpreis 1969 und mit einer aktuellen Videokunstausstellung sein 10-jähriges Bestehen. 

Die Künstlerin Renate Weh leistete in den ausklingenden 1960er-Jahre einen erstaunlichen Beitrag zur Erweiterung des Kunstbegriffs. Sie führte spektakuläre Aktionen im öffentlichen Raum durch und war von Nürnberg bis Oslo gefragt. Die Künstlerin übergab 2022 einen großen Teil ihres Œuvres an das Künstler:innenarchiv, darunter frühe Collagen, amorph überformte skulpturale Arbeiten aus Wachs oder Sand, fotografische Dokumentationen und Textilobjekte. Erhalten Sie hier einen Einblick in den Archivbestand.

Die 2024 erschiene Publikation „Renate Weh. ABTAUCHEN-EINTAUCHEN“ kann über den Kunstfonds bestellt werden: Zur BestellungBlick ins Buch (Online-PDF zum Durchblättern)

  • Renate Weh: Welcome back!
  • Bis 6. September 2026, Museum Wilhelm Morgner, Thomästr. 1, 59494 Soest
Ähnliche Meldungen