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„Renate Weh – Welcome Back!“: Retrospektive der Künstlerin im Museum Wilhelm Morgner in Soest

Renate Weh, Künstler:innenarchiv Stiftung Kunstfonds / Vorlass Renate Weh
Renate Weh, Künstler:innenarchiv Stiftung Kunstfonds / Vorlass Renate Weh

Seit 2022 engagiert sich das Künstler:innenarchiv der Stiftung Kunstfonds dafür, das bemerkenswerte Lebenswerk der zu lang in Vergessenheit geratenen Künstlerin Renate Weh wieder in die Öffentlichkeit zu bringen. Das Archiv betreut den künstlerischen Vorlass der 1938 geborenen Künstlerin und konnte bereits mit einer Ausstellung in Brauweiler und der Herausgabe einer Publikation ihr Werk wissenschaftlich aufarbeiten und einem breiteren Publikum zugänglich machen. Erstmalig nach über 50 Jahren widmet nun ein Museum Renate Weh eine Retrospektive.

Bereits 1969 war Renate Weh in Soest zu Gast: Damals gewann sie den Wilhelm-Morgner-Preis der Stadt – und löste einen Skandal aus. Die Künstlerin hatte zwei Holzleitern „eingesiebt“: Größere Mengen Sand, den sie mit Quarz und Kalk mischte, ließ sie durch ein Sieb über die Objekte rieseln. Material und Methode, beide von der Künstlerin entwickelt, ließen eine neue Form der vergänglichen Skulptur entstehen. Die damalige Jury des Preises war begeistert, das Publikum zum Teil empört. Der Vorwurf „Das ist keine Kunst!“ zog durch Stadt und Land und hallte auch in der bundesweiten Presse wider. 

57 Jahre später heißt das Museum Wilhelm Morgner das Werk der Künstlerin, die sich in den 1970er-Jahren ins Private zurückzog, erneut in Soest willkommen. Die Retrospektive zeigt mehr als 33 Leihgaben aus dem Kunstfonds-Archiv. Sie geben Einblick in die zentralen Werkphasen Renate Wehs, darunter „Einsiebungen“ aus Quarzsand, textile „Einkleidungen“ und „Eintauchungen“ in Wachs. Darüber hinaus vermitteln Presseartikel, Fotografien und Filmberichte die damalige Bekanntheit Renate Wehs und die Kunstdebatten aus dieser Zeit.

Das Museum Wilhelm Morgner feiert mit der Retrospektive Renate Weh, einer Rückschau auf den Skandal um den Kunstpreis 1969 und mit einer aktuellen Videokunstausstellung sein 10-jähriges Bestehen. Zur Eröffnung am Sonntag, 31. Mai um 11 Uhr sprechen:

  • Marcus Schiffer, Bürgermeister der Stadt Soest
  • Dr. Karin Kingl, Geschäftsführerin der Stiftung Kunstfonds
  • Elke Gruhn, Kunstwissenschaftlerin und Kuratorin
  • Thomas Drebusch, Kurator und Vorsitzender des Fördervereins
  • Michael Stockhausen, Leiter der Museen der Stadt Soest

Die Künstlerin Renate Weh leistete in den ausklingenden 1960er-Jahre einen erstaunlichen Beitrag zur Erweiterung des Kunstbegriffs. Sie führte spektakuläre Aktionen im öffentlichen Raum durch und war von Nürnberg bis Oslo gefragt. Die Künstlerin übergab 2022 einen großen Teil ihres Œuvres an das Künstler:innenarchiv, darunter frühe Collagen, amorph überformte skulpturale Arbeiten aus Wachs oder Sand, fotografische Dokumentationen und Textilobjekte. Erhalten Sie hier einen Einblick in den Archivbestand.

Die 2024 erschiene Publikation „Renate Weh. ABTAUCHEN-EINTAUCHEN“ kann über den Kunstfonds bestellt werden: Zur BestellungBlick ins Buch (Online-PDF zum Durchblättern)

  • Renate Weh: Welcome back!
  • 31. Mai bis 16. August 2026, Museum Wilhelm Morgner, Thomästr. 1, 59494 Soest
  • Eröffnung: 31. Mai, 11 Uhr
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