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David Polzin, * 1982 in Henningsdorf, lebt in Berlin

David Polzin, Wohnzimmerdisco, 2024, Stahlrohr, Polster, Kunstleder, Holz, 88 x 53 x 42 cm, Courtesy der Künstler
David Polzin, Wohnzimmerdisco, 2024, Stahlrohr, Polster, Kunstleder, Holz, 88 x 53 x 42 cm, Courtesy der Künstler

David Polzin beschäftigt sich mit existierenden Wissenslücken, die durch die deutsch-deutsche  Vereinigung entstanden sind. Diese kulturellen Leerstellen versteht der Künstler aber nicht als ein zu bedauerndes Versäumnis, sondern als Freiräume, denen er künstlerisch begegnet: Er füllt sie mit einer eigenen fiktiven Form- und Bildsprache. 

So zeigen die ausgestellten Sitz-Skulpturen nur auf den ersten Blick authentische Meilensteine aus der Designgeschichte der ehemaligen BRD und DDR. Jeder Stuhl ein historisches Unikat, stellvertretend für eine relevante Design-Strömung von den 1960er Jahren bis hin zur Nachwendezeit. 

Doch eignen sich alle Stühle tatsächlich zum Sitzen? Erzählen die wiedervereinigten „Stuhlpturen“ der Nachwende tatsächlich von einem stabilen und ausgewogenen Zusammenwachsen zweier unterschiedlicher Geschichten? Beim näheren Betrachten wird deutlich, dass man eine von David Polzin imaginierte Designgeschichte betrachtet, in welcher er sozialistische und kapitalistische Elemente zusammenbringt und somit eine dritte, neue Perspektive auf die deutsch-deutsche Geschichte formuliert. 

Diese Auseinandersetzung ist zentrales Thema in David Polzins Werk, zu dem neben Objekten und Installationen auch Zeichnungen und Grafik gehören.

Vita

David Polzin studierte an der Kunsthochschule Berlin Weißensee im Fachgebiet Bildhauerei sowie an der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem. Seine Werke wurden bereits vielfach ausgestellt u. a. in der Neuen Gesellschaft für bildende Kunst in Berlin (2021), in der Kunsthalle Osnabrück (2020), dem Museum für bildende Künste Leipzig (2019), im Heidelberger Kunstverein (2016) und im MMK Frankfurt a.M. (2013).

www.davidpolzin.de