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Selma Laura Köran, *1989 in Koblenz, lebt in Berlin

Selma Laura Köran, EXIT ATHENA, 2018-2023, Filmstill, 3 Kanal Filminstallation, HD Colour, 16:9, 14:53 Min. Dolby Surround, In Kooperation mit dem Folkwang Museum Essen, Courtesy die Künstlerin
Selma Laura Köran, EXIT ATHENA, 2018-2023, Filmstill, 3 Kanal Filminstallation, HD Colour, 16:9, 14:53 Min. Dolby Surround, In Kooperation mit dem Folkwang Museum Essen, Courtesy die Künstlerin

Selma Laura Köran nimmt in ihren Werken die Position einer „dilettantischen Archäologin“ ein, die traditionelle Lesarten des weiblichen Körpers, wie er beispielsweise in komplexen Sagenwelten oder historischen Artefakten präsentiert wird, genauer untersucht. Das Ergebnis sind Videoarbeiten und Keramiken, die tradierte Narrative herausfordern, neu interpretieren und überschreiben. 

In der  Filminstallation „EXIT ATHENA“, einer Koproduktion mit dem Museum Folkwang aus 2021, rückt Köran Hesiods „Theogonie“ von 700 v. Chr. in den Fokus. Hierbei handelt es sich um einen zentralen Text des europäischen Kanons, der die Geschichte der Weltentstehung und die Ursprünge griechischer Götter erzählt. Diesem Text fügt die Künstlerin ein fiktives letztes Kapitel hinzu, in dem sie die Hierarchie der Götterwelt auf den Kopf stellt. Die Heldin in Körans feministischer Neufassung ist die rebellische Athene, die gegen ihren Vater Zeus zum Wettkampf antritt. Die Künstlerin entwirft eine alternative Mythologie in einer surrealen, bunten Bildsprache der Übersteigerung. 

Auch ihre Keramikskulpturen fordern die tradierte Meinung heraus, dass Narrative von Weiblichkeit durch physische historische Beweise belegt und manifestiert werden können.

Zum PDF-Download des Kapitels “Athena”

Vita

Selma Laura Köran studierte am Sandberg Institut in Amsterdam und an der Kadir Has University in Istanbul. Ihre Werke waren in Gruppen- und Einzelausstellungen zu sehen, u. a. beim Moabiter Kunstfestival in Berlin (2023), im Folkwang Museum in Essen und im Museum für Kunst und Handwerk in Hamburg (beide 2021).