Marta Dyachenko, * 1990 in Kyjiw, Ukraine, lebt und arbeitet in Berlin

Abstrahierte Objekte aus Beton und Stahl sind charakteristisch für das Werk von Marta Dyachenko. Sie wecken Assoziationen zu brutalistischen Stadtlandschaften, historischen Gebäuden oder längst verlassenen Ruinen. Die Auseinandersetzung mit sich kontinuierlich verändernden Stadtbildern, mit der Beziehung zwischen Mensch, seiner Umwelt und künstlich geschaffenen Strukturen stehen bei Dyachenkos Arbeiten im Fokus.
Dabei beschäftigt sie sich auch mit der Frage, wie der Blick auf Stadtarchitektur geprägt wird von der jeweiligen politischen, religiösen und sozialen Herkunft des Betrachters bzw. der Betrachterin.
Kann Beton schwimmen? Beton und Wasser scheinen sich zunächst auszuschließen, aber Dyachenko kennt die maritime Geschichte des Materials und greift diese in ihrer Serie „Schiffbarmachung“ auf. Gleichzeitig weckt Dyachenko, die neben der bildenden Kunst auch Architektur studierte, in ihren Bodenarbeiten Assoziationen zu den „Gebäudeschiffen“ moderner Architektur, die Architekten wie Le Corbusier in Anlehnung an die damaligen Ozeandampfer aus Stahlbeton errichteten.
Auch die beiden Wandreliefs haben Bezug zur Architektur. Sie stammen aus Dyachenkos Installation einer fiktiven U-Bahn Haltestelle, die dem Internationalen Congress Centrum Berlin (ICC Berlin) gewidmet ist: einem Bauwerk im Stil der High-Tech-Architektur.
Vita
Marta Dyachenko studierte Architektur und Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin. Ihre Arbeiten waren u. a. in den Gruppenausstellungen „Landscapes of an Ongoing Past“ in der Zeche Zollverein oder „junger westen 2023“ in der Kunsthalle Recklinghausen (beide 2024) sowie im Rahmen ihres Bernhard Heiliger-Stipendiums 2021 im Kunsthaus Dahlem (2022) zu sehen.