Roy Mordechay, * 1976 in Haifa, lebt in Düsseldorf

In dem Versuch, Roy Mordechays Arbeitsprozess zu beschreiben, scheint der Begriff des Schichtens in zweierlei Hinsicht naheliegend – zum einen in der Verwendung von neben- und übereinandergelegten Referenzen, zum anderen in der Produktion neuer Werke aus den Überresten seiner vorigen Arbeiten.
Die Quellen des Künstlers reichen von denen des digitalen Zeitalters über kulturhistorische Artefakte, Darstellungen aus dem Mittelalter bis hin zur prähistorischen Höhlenmalerei zurück. Aber auch alltägliche Beobachtungen und Studioroutinen fließen ein. Mordechays Arbeiten setzen sich aus einem Konglomerat an Bildern zusammen, die aufeinanderprallen, schwingen und nachhallen.
Dazu gesellen sich diverse, abstrahierte Formen und Kritzeleien. Trotz der Autonomie der einzelnen Bildelemente ist man versucht, Verbindungen zwischen diesen herzustellen, sie zu ordnen und zu einer Geschichte zu verflechten: Ein Versuch, der letztendlich nur scheitern kann. Denn zwischen konkreter Gegenständlichkeit und ihrer Auflösung scheinen Mordechays Bildmotive zu verschwinden, sobald man sie zu greifen versucht, ähnlich einem Traum, dessen Bilder sich im Wachzustand verflüchtigen.
Vita
Roy Mordechay studierte am Avni Institut of Art and Design in Tel Aviv und in Musrara, The Naggar School of Art and Society in Jerusalem. Seine Werke wurden bereits in zahlreichen Gruppenausstellungen präsentiert, u. a. im KAI10 | Arthena Foundation in Düsseldorf (2023), im Museum Kunstpalast in Düsseldorf (2021) und im MMIII Kunstverein Mönchengladbach e.V. (2019). Mordechays Werke befinden sich in öffentlichen und privaten Sammlungen, wie der Sammlung zeitgenössischer Kunst der Bundesrepublik Deutschland oder dem Petach Tikva Museum, Israel.