Monika Grabuschnigg, * 1987 in Österreich, lebt in Berlin

Monika Grabuschnigg beschäftigt sich in ihrer jüngsten Werkserie mit einem Alltagsobjekt: dem Kühlschrank. Sie stellt Abformungen von Kühlschranktüren her, die zumeist von Kühlgeräten aus Singlehaushalten oder Hotelzimmern stammen, und gießt diese zu Keramikreliefs.
Wer genau hinschaut, kann in den Kunstwerken vermeintliche Spuren der Menschen entdecken, die den Kühlschrank als letztes genutzt haben: Fotografien von Nahrungsmitteln und Wohnräumen oder Aluminiumabgüsse von Blisterverpackungen und Schnittblumen sind in den Innenfächern verwahrt, welche so zu einem intimen Archiv der einstigen Nutzer:innen werden. Ihre Erinnerungen, Sehnsüchte und Sorgen scheinen konserviert.
Doch Monika Grabuschnigg belässt es nicht beim Blick auf das Individuum. Auch Fragen zu Ernährung, Fürsorge oder dem Einfluss des Konsumismus auf unser Selbstverständnis will sie mit dieser Serie aufwerfen.
Neben Objekten gehören Gemälde, Zeichnungen und raumgreifende Installationen zum Repertoire der Künstlerin, das Themen wie Sehnsucht, Trauer und Melancholie im Fokus hat.
Vita
Monika Grabuschnigg studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien, der Universidad Católica de Chile in Santiago de Chile und der Bezalel Academy of Arts and Design in Jerusalem. Einzelausstellungen hatte sie jüngst bei KOENIG2 by robbygreif in Wien (2024) und Mouches Volantes in Köln (2023).