Ahu Dural, *1984 in Berlin, lebt und arbeitet ebenda

In ihrer vielseitigen künstlerischen Praxis untersucht Ahu Dural die Zusammenhänge zwischen Architektur, Kunstgeschichte, Design, Gendertheorien und Identitätspolitik. Ihre eigene Familienbiografie spielt dabei eine zentrale Rolle. Die deutsch-türkische Künstlerin wuchs im Berliner Stadtteil Siemensstadt auf, der Anfang des 20. Jahrhunderts als Werkssiedlung des gleichnamigen Konzerns gebaut wurde. Ab den 1980er Jahren arbeitete Durals Mutter bereits als 17-jährige bei Siemens im Gruppen- und Einzelakkord.
In vielen Werken Durals lassen sich Materialien wie Metalle, Kragen und Stoffe wiederfinden, die eng mit der damaligen Tätigkeit der Mutter verbunden sind. In anderen sind Bezüge zu Kindheitsorten zu finden: Kindlich geformte Holzobjekte erinnern an Geräte auf Spielplätzen, fast verblasste Fotos scheinen Straßenzüge und Häuserfronten der Siemensstadt bzw. Wohnräume und Familiensituationen zu zeigen.
Was in ihrer Kunst Teil ihrer eigenen Biografie ist, was Erzählung oder Erfindung, lässt Ahu Dural bewusst offen. Gleichzeitig transportiert ihre Kunst auf eine persönliche Weise deutsche Wirtschafts- und Migrationsgeschichte.
Neben Objekten und Installationen gehören u. a. großformatige Collagen und Artists Walks durch den Stadtraum zu Ahu Durals Werk.
Vita
Ahu Dural studierte an der Akademie der bildenden Künste Wien Performative Kunst und Bildhauerei sowie Illustration, Kunst und Medien an der Universität der Künste Berlin. Ihre Werke waren u. a. in der Einzelausstellung „Beautiful Collars“ bei Lage Egal/In the Rack Room in Berlin (2024) sowie in der Gruppenausstellung „Realities Left Vacant“ im Neuen Berliner Kunstverein (2023) zu sehen.