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Kunstpreise 2026 der Stiftung Kunstfonds: Der Kalinowski-Preis würdigt Gin Bahc, der Förderpreis Schulz-Schönhausen Julia Pietschmann

Gin Bahc, Hold my beer!, Performance, Foto und Bildrechte: Alrun Aßmus und Jan Gerngroß

Die Vergabe von Kunstpreisen ist ein wichtiger Baustein der Förderpraxis der Stiftung Kunstfonds. Beide Preise sind von Künstler:innen gestiftet, werden vom Kunstfonds vergeben und haben das Ziel, relevante künstlerische Positionen zu fördern und bekannter zu machen.

Kalinowski-Preis 2026

Der mit 10.000 Euro dotierte Förderpreis der Nachlass-Stiftung Prof. Horst Egon Kalinowski wird zum 10 Mal verliehen. Die diesjährige Preisträgerin Gin Bahc wurde von einer Fachjury, der die Künstler:innen Ergül Cengiz, Prof. Julia Müller und Ulrike Mundt angehörten, aus 30 Bewerbungen ausgewählt. Der Preis richtet sich an Absolvent:innen der Staatlichen Akademie der Bildende Künste Karlsruhe, an der Horst Egon Kalinwoski von 1972 bis 1989 lehrte.

Gin Bahc entwickelt ihre Arbeiten zwischen Zeichnung, Performance und Installation in direkter Reaktion auf vorgefundene Räume und Situationen. Ihre Werke entstehen prozesshaft und beziehen das Publikum aktiv ein: Anwesenheit, Bewegung und Interaktion der Besucher:innen verändern den Verlauf der Arbeit unmittelbar. Auf diese Weise verschiebt Bahc die Grenzen zwischen Werk, Raum und Publikum und untersucht körperliche und soziale Dynamiken, Prozesse des Entblößens und Verdeckens sowie Kontrolle und Kontrollverlust. Zugleich verweist ihre Arbeit auf oft unsichtbare Strukturen, die Räume organisieren und aufrechterhalten.

Gin Bahc, 1985 in Südkorea geboren, lebt und arbeitet als Konzeptkünstlerin in Karlsruhe. Sie studierte an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe bei Gustav Kluge und Marcel van Eeden und schloss ihr Studium 2017 als Meisterschülerin ab. Ihre Arbeiten wurden unter anderem im Wilhelm-Hack-Museum in Ludwigshafen, im Kunsthaus Baselland, in der Jason Platform in Kopenhagen sowie in der ILG Factory Hall in Chicago gezeigt. ginbahc.com

Förderpreis Schulz-Schönhausen 2026

Der Förderpreis „Valerie und Prof. Kurt M. Schulz-Schönhausen“ ist mit 10.000 Euro dotiert und würdigt herausragende künstlerische Leistung im Bereich Grafik oder Malerei. Das 16-köpfige Kunstfonds-Kuratorium hat die diesjährige Preisträgerin Julia Pietschmann aus allen eingehenden Bewerbungen für ein KUNSTFONDS_Stipendium ausgewählt. Am Auswahlverfahren beratend beteiligt war Dr. Gabriele Koschatzky.

Julia Pietschmann interessiert sich insbesondere für landschaftliche Grenzräume, die wenig Beachtung finden, für die Künstlerin aber als Orte des Austauschs und Übergangs die komplexe Beziehung zwischen Mensch und Natur zum Ausdruck bringen: Formen und Charakteristika von Hecken, Zäunen, Wasserläufen und Uferbereichen hält sie in ihren Arbeiten fest. Diese entstehen prozesshaft direkt in der Natur oder im Atelier. Ihre Zeichnungen verbinden Kohle- und Pastellschichten mit feinen Strukturen und werden durch Experimente mit Folien und Alltagsobjekten erweitert, die Ideen von Natur und Künstlichkeit einbinden.

Julia Pietschmann, 1987 in Neubrandenburg geboren, lebt und arbeitet in Berlin. Sie ist staatlich geprüfte Grafikerin und studierte an der Kunsthochschule Weißensee u.a. bei Nanne Meyer und Steffen Schuhmann. Ihre Arbeiten werden in zahlreichen Ausstellungen präsentiert, zuletzt 2025 in der Galerie Historischer Keller Berlin, im KunstWerk Köln und aktuell im SCOTTY Berlin. juliapietschmann.de

Zu den Stifter:innen der Kunstpreise

Horst Egon Kalinowski, Düsseldorfer Bildhauer und Grafiker, gründete 2011 eine Nachlass-Stiftung, die seit seinem Tod 2013 sein Lebenswerk bewahrt und öffentlich zugänglich hält. Dem testamentarischen Wunsch Kalinowskis folgend, lobt die Stiftung Kunstfonds für Absolvent:innen der Staatlichen Kunstakademie Karlsruhe, jährlich den aus Erträgen der Nachlass-Stiftung finanzierten Kalinowski-Preis aus. Kalinowskis künstlerischer Nachlass wird im Künstler:innenarchiv des Kunstfonds betreut.

Prof. Kurt M. Schulz-Schönhausen (1922-1999) war ein deutscher Maler und Grafiker, der ab 1957 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach lehrte. Sein künstlerischer Nachlass befindet sich im Künstler:innenarchiv der Stiftung Kunstfonds. Valerie Schulz-Schönhausen (1924-2023) war Journalistin und hat sich zeitlebens für Künstler:innen engagiert. Sie stiftete den „Förderpreis Valerie und Prof. Kurt M. Schulz-Schönhausen" und betraute die Stiftung Kunstfonds mit der Vergabe. 

Für weitere Informationen und Pressebilder stehen wir gern zur Verfügung: Jenny Fleischer: T: +49 228 33 65 69-18, E: presse@kunstfonds.de                                                                                                 

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