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Stellungnahme des Vorstands und des Stiftungsrates der Stiftung Kunstfonds zur Abfrage von Jurylisten durch den Bundeskulturbeauftragten für Kultur und Medien


Veröffentlicht am: 27. März 2026

Wie kürzlich in Medien wie „Der Spiegel“ und der Deutschen Presseagentur berichtet, gab es Ende Februar eine Abfrage seitens des Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) an einige Kulturförderinstitutionen zu ihren Vergabejurys. Auch die Stiftung Kunstfonds wurde als vom BKM geförderte Einrichtung gebeten, pro Förderprogramm die aktuellen Jurymitglieder zu benennen, Informationen zu geben, wie diese gewählt werden und wie Fördervergaben gestaltet sind. Um der Öffentlichkeit eine hohe Transparenz bezüglich der Kunstfonds-Förderpraxis zu gewährleisten, sind diese Informationen seit jeher auf unserer Website einsehbar.

Die Mitglieder von Kuratorium und Kommissionen entscheiden in ihrer Rolle als Fachjury unabhängig über die Förderungen der Stiftung. Dies passiert in einer mehrstufigen demokratischen Abstimmung nach einer vom Kuratorium beschlossenen Verfahrensordnung und entsprechend den Richtlinien der einzelnen Förderprogramme

Für Vorstand und Stiftungsrat des Kunstfonds hat diese uneingeschränkte Unabhängigkeit ihrer Fachjurys die allerhöchste Priorität. Vor diesem Hintergrund haben wir beim BKM nachgefragt. Es wurde uns versichert, dass nie beabsichtigt und auch nicht geplant sei, Jurymitglieder zu überprüfen – weder durch den Verfassungsschutz noch in anderer Weise. Dasselbe gelte für alle Geförderten und Bewerber:innen der Stiftung Kunstfonds.

Eine Einflussnahme der Politik auf die Entscheidungen des Stiftungsrates und der Vergabejurys hat seit Gründung des Kunstfonds vor mehr als 40 Jahren nie stattgefunden. Wir erwarten und gehen davon aus, dass dies auch so bleibt. Die Kunstfreiheit ist ein hohes Gut.

Zugleich verstehen wir vor dem Hintergrund der aktuell bekannt gewordenen Überprüfungen die Sorge unserer Jurymitglieder, der Geförderten und Bewerber:innen vor einer zunehmenden Einflussnahme. Allein die Befürchtung, Künstler:innen und ihre Verbände könnten durch das BKM überprüft werden, schafft Misstrauen und Verunsicherung. 

Als Vorstand und Stiftungsrat sehen wir es als unsere zentrale Aufgabe an, auch künftig die Unabhängigkeit der Stiftung Kunstfonds und ihrer Entscheidungsgremien zu gewährleisten.

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