Neue Leitung im Künstlerarchiv

Anna Wondrak verstärkt das Team der Stiftung Kunstfonds.
Anna Wondrak ist Kunsthistorikerin und war langjährig als Kuratorin einer Vor- und Nachlass-Stiftung, als Ausstellungsmacherin und Stiftungsberaterin tätig. Nun steht ihr mit der Leitung des Künstlerarchivs der Stiftung Kunstfonds in Brauweiler bei Köln eine neue Aufgabe bevor.
Frau Wondrak, Sie haben Ihren beruflichen Schwerpunkt schon länger auf den Erhalt und die Vermittlung von künstlerischen Vor- und Nachlässen gelegt. Wie kam es dazu?
Das Thema hat mich einfach gepackt! Ich finde es kunstwissenschaftlich spannend und gleichzeitig sinnstiftend: Wir leben in einer älter werdenden Gesellschaft und immer mehr Künstler:innen und Erb:innen stehen vor der Herausforderung: Was passiert langfristig mit der Kunst? Wie kann dafür Sorge tragen werden, Werke zum einen zu erhalten und zum anderen ihre Sichtbarkeit und Erforschung zu gewährleisten? Das sind Fragen, die mich antreiben und wo ich etwas bewegen will. Das Künstlerarchiv des Kunstfonds vereint für mich diese Aspekte von Erhalt, Vermittlung und Forschung seit seiner Gründung auf einem fachlich sehr hohem Qualitätsstandard. Und ich freue mich sehr, dass ich mich und meine Erfahrung auf diesem Gebiet einbringen kann.
Mehr als 50.000 Kunstwerke auf einer Fläche von 2.000 Quadratmetern, hinzu kommen unzählige Ephemera, also Briefe, Verträge oder Fotografien. Wie gehen Sie die neue Aufgabe an?
Ich gebe zu: Die schiere Menge an Kunstwerken und kunstwissenschaftlichen Dokumenten beeindruckt mich noch immer. Es gibt unzählige Schätze im Archiv zu entdecken, welchen ich mich Tag für Tag nähere. Aber klar ist: Diese Schätze werde ich mit unserem Archivteam nicht allein heben können! Deswegen sind für mich die Stärkung und der Ausbau unseres Netzwerkes essentiell, zu dem neben Künstler:innen und Erb:innen auch Ausstellungsmacher:innen, Bildungseinrichtungen und Forschung gehören. Gleichzeitig möchte ich dazu beitragen, dass sich das Archiv weiterhin nach außen öffnet – sei es durch Kooperationen, digitale Formate oder Ausstellungsprojekte. Direkte Angebote für Nachlassgeber:innen, wie eine digitale Sprechstunde und Checklisten, sind in Planung.
Gibt es ein bestimmtes Merkmal, das das Archiv des Kunstfonds für Sie ausmacht?
Durch sein langes Bestehen ist das Archiv nicht nur Erfahrungsträger, sondern auch Impulsgeber für andere. Besonders finde ich, dass es sich in seiner Funktion als Modellprojekt für den Umgang mit künstlerischen Vor- und Nachlässen als eine Art „work-in-progress“ versteht: Es ist nicht statisch, sondern hier werden Konzepte ausprobiert, diskutiert und weiterentwickelt. Und zwar immer von der Perspektive der Kunst und der Kunstschaffenden aus: Welche Kunstwerke sollen für die Nachwelt erhalten bleiben? Welche Abläufe funktionieren gut, welche führen wir nicht fort? Wie gehen wir mit unterschiedlichen Medien um und wie lassen sie sich aufbewahren? Solche Fragestellungen kontinuierlich neu auszuloten und Lösungsansätze mitzugestalten ist eine herausfordernde aber zentrale Aufgabe. Denn letztendlich wünschen wir uns doch alle, künstlerisches Erbe für die Nachwelt zu erhalten.
Kontakt:
Anna Wondrak
E: wondrak@kunstfonds.de
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