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Renate Anger

Renate Anger, Ohne Titel, 2003, Eitempera auf Leinwand, 40,5 x 70 cm
Renate Anger, Ohne Titel, 2003, Eitempera auf Leinwand, 40,5 x 70 cm

Renate Anger (1943 Danzig - 2008 Berlin) studierte ab 1973 an der Städelschule in Frankfurt bei Reimer Jochims und im Anschluss drei Jahre als Malerin in der Hamburger Bildhauerklasse von Franz Erhard Walther. Einem Arbeitsstipendium des Kunstfonds folgten Aufenthalte in der Villa Massimo in Rom und im Künstlerhaus Bethanien. Von 1992 bis 1998 unterrichtete Renate Anger als Professorin für Experimentelle Malerei an der Muthesius-Hochschule Kiel und erhielt 2002 den Käthe-Kollwitz-Preis.

Malerei war für Renate Anger ein räumliches Ereignis. Unabhängig vom Bildträger oder der Technik des Auftrags bestand sie stets darauf, das jeweilige Kunstwerk in Form von Bildern, Raum-Installationen, Fotografien oder Objekten als Malerin ausgeführt zu haben. Ihr Werk demonstriert die Eigenmacht der Malerei, die durch Reduktion und Wiederholung von Farbe und Form sowie durch Dichte und leuchtende Intensität zustande kommt. Ungrundierte Leinwände überzog die Künstlerin mit breiten, dynamischen Pinselstrichen, auch mit dichten und überlappenden Farbgittern oder Punktrastern und zeigte hierbei eine besondere Vorliebe für eigenwillige Farb- und Formkombinationen. In architekturgebundenen Raumarbeiten vollzog Renate Anger situative Eingriffe, die das Kolorit und die gesetzmäßige Struktur von Interieur und Architektur unterstreichen.

Renate Anger hinterließ ein großes malerisches und zeichnerisches Werk, darunter zahlreiche Fotografien, Glasbilder, Skizzenbücher, Studien und schriftliche Aufzeichnungen, die ihre Bandbreite experimenteller Arbeitsweise eindrucksvoll veranschaulichen. 2015 zeigte das Museum Burg Miltenberg am Ort von Renate Angers Kindheit und Jugend eine umfassende Einzelausstellung mit Leihgaben aus dem Künstlerarchiv. Dauerleihgaben der Künstlerin befinden sich aus dem Archiv in der Berlinischen Galerie und dem Eltern-Kind-Zentrum der Universitätsklinik Bonn.