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Gerda Brodbeck

Gerda Brodbeck, Fühlen / Selbst, 1988, Öl auf Leinwand, 190 x 120 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Gerda Brodbeck, Fühlen / Selbst, 1988, Öl auf Leinwand, 190 x 120 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Gerda Brodbecks (1944-2008) zentrales Thema ist der Mensch. Ihr Studium der Malerei an der Hochschule der Künste in Berlin beendete sie 1974 als Meisterschülerin von Prof. Hans Jaenisch. Sie nahm an vielen Ausstellungen teil und erhielt zahlreiche Auszeichnungen und Stipendien. 2001 wurde sie als Gastprofessorin an die Kunstakademie Stuttgart berufen.

Mit flüchtigen Strichen schaffte Brodbeck intime zeichnerische Bildnisse ihrer Figuren unter Rückgriff auf Vorlagen privater Fotografien, aus Büchern und Zeitschriften. Meistens malte sie Frauen und Mädchen, die in ruhigen Posen sitzend oder stehend verharren, ohne einer Tätigkeit nachzugehen oder Emotionalität zum Ausdruck zu bringen. Gestik und Mimik sind sehr verhalten, Brodbecks Figuren scheinen in sich versunken. Ruhige Lichtführungen innerhalb einer monochrom reduzierten Farbpalette zeigen die Porträtierten vor großflächig angelegtem Hintergrund in einer Art meditativer Aura.

Neben Ölgemälden und zahlreichen Kohlezeichnungen finden sich Rötel- und Farbstiftzeichnungen in Brodbecks Nachlass. Ihre Farbpalette reduziert sich auf erdige Töne, oft ins Rot übergehend, in früheren Arbeiten verwendet sie auch blasse Blau- oder Grüntöne. Während im Frühwerk die gemalten Figuren noch aktiv gestikulieren oder in eine erzählerische Umgebung eingebettet sind, bleiben die einfarbigen Hintergründe der späten Bilder abstrakt und der Aufbau ist zunehmend reduziert auf Mensch und Raum.

Der ins Künstlerarchiv eingegangene Nachlass der Künstlerin umfasst ihre Malerei und Arbeiten auf Papier. Vor allem zahlreiche Skizzen, Zeichnungen und Vorstudien zeigen die Entstehungsschritte ihrer Werke von der ersten noch flüchtigen Idee bis zum vollendeten Motiv.