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Helen Spoerri

Helen Spoerri, Selbst ontologisch, 2001, Aquarell und Ölfarbe auf Nessel, 160 x 176 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Helen Spoerri, Selbst ontologisch, 2001, Aquarell und Ölfarbe auf Nessel, 160 x 176 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Helen Spoerri (1937 Zürich - 2011 Hamburg) studierte in den fünfziger Jahren französische und deutsche Philosophie und Literaturwissenschaften an den Universitäten Basel, Zürich, Montpellier und Hamburg. Mit ihrem Vater, der als Archäologe arbeitete, bereiste sie in ihrer Kindheit viele afrikanische Länder.

Als Autodidaktin experimentierte sie mit künstlerischen Techniken in den Medien Grafik, Collage, Fotografie, Malerei, Plastik und arbeitete als Performance-Künstlerin. Ihr Malduktus ist geprägt durch einen vitalen und impulsiven Pinselstrich, der dem Prinzip des gelenkten Zufalls folgt. Zu ihren bevorzugten Themen gehörten Darstellungen von Menschen in ihren Lebensräumen und ihre metaphysischen Erfahrungen. Vorstellungswelten aus Mythen und Symbolismen ergänzen ihre Bilder und Zeichnungen um traumhaft verdichtete Atmosphären.

Durch Reisen in die USA seit den 1950er und 1960er Jahren ließ sich Helen Spoerri vom Action Painting des amerikanischen Künstlers Sam Francis inspirieren und von den Combine Paintings Robert Rauschenbergs, in denen er Alltagsobjekte mit Malerei kombinierte. Seit den 1980er Jahren collagierte sie in Anlehnung an den spanischen Künstler Antoni Tàpies Alltagsgegenstände (u.a. Steine, Äste, Teebeutel, getrocknete Früchte) zu Materialbildern. In zahlreichen Kunstbüchern und von ihr wegen ihrer handgefertigten Aufbewahrungsschatullen so benannten Holzbüchern, die als Reisetagebücher entstanden, hat sie Fundstücke von ihren Reisen zusammen getragen. Unterwegs war sie vor allem in Marokko, Ägypten und Namibia.

Die Auslandsreisen und ihre persönliche Auseinandersetzung mit der jeweiligen Kultur, Religion und Geschichte machen Spoerris Werk zu einem Zeugnis von Weltoffenheit und Annäherung an fremde Kulturen, denen sie mit großem Respekt genauso wie empathischer Begeisterung begegnete. Zeichnungen, die auf ihren Reisen nach Südafrika, Ägypten und in die Sahara entstanden, befinden sich in einer Dauerleihgabe des Archivs seit Ende 2019 in der DEG Deutsche Investitions- und Entwicklungsgesellschaft in Köln.