Fritz Rahmann (1936-2006) studierte Kunst an der Düsseldorfer Akademie, sowie Architektur an der TU Aachen. Er lebte und arbeitete viele Jahre in den Niederlanden, bis es ihn Ende der 1970er Jahre nach West-Berlin zog.

Dort gründete er zusammen mit Hermann Pitz und Raimund Kummer die Gruppe »Büro Berlin«, deren installative Arbeiten im öffentlichen Raum nicht nur die Kommerzialisierung der Kunst im musealen Umfeld, sondern auch die gesellschaftspolitische Rolle des Kunstschaffenden in Frage stellte. Diese Gedanken gab Rahmann später auch an seine Studenten der Fakultät für Gestaltung der Hochschule für Architektur und Bauwesen (heute Bauhaus-Universität) in Weimar weiter, wo er von 1993 bis 2001 Professor für Freie Kunst war.


Fritz Rahmann, I.C.H, 1976, Filzstift, Bleistift, Fotografie auf Papier, 50,2 x 37,3 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Rahmanns künstlerisches Werk, das neben den situativen, temporären Installationen im öffentlichen Raum auch Grafiken, Fotografien, Gemälde sowie im Atelier entstandene Objekte beinhaltet, unterliegt der Frage der systematischen Neuordnung. Mit wenigen, unprovokativen Eingriffen verändert er vorgefundene Situationen und lässt dadurch eine neue Perspektive entstehen, die die ursprüngliche Wahrnehmung in Frage stellt.
 1987 schlug er beispielsweise für die Skulptur.Projekte Münster eine Zufallsschaltung der Beleuchtung in der Bahnhofspassage »Hamburger Tunnel« vor, die eine öde Unterführung in einen unterhaltsameren Ort verwandeln sollte.


Im Archiv für Künstlernachlässe befindet sich ein Teilnachlass Rahmanns, der Grafiken, Gemälde und Objekte umfasst.

Weitere Informationen über den Künstler: www.fritzrahmann.de