17. Juni 2019

Werke von Ulrike Grossarth und Barbara Hammann gehen in das Künstlerarchiv des Kunstfonds

Jury und Stiftungsrat haben in ihren Sitzungen am 24.5.2019 und am 5.6.2019 beschlossen, das künstlerische Lebenswerk von Ulrike Grossarth und Barbara Hammann in das Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds aufzunehmen. Die Jury hatte die beiden Positionen nach umfassender Prüfung aus 28 Bewerbungen ausgewählt.

Ulrike Grossarth (*1952) absolvierte zunächst zwischen 1969 und 1975 eine professionelle Tanzausbildung an der Else-Lang-Schule in Köln, der Folkwang Hochschule in Essen und der Palucca Hochschule für Tanz Dresden. Durch ihr Engagement in der von Joseph Beuys initiierten Free International University war sie in der deutschen Fluxusszene aktiv. Seit 1998 ist Grossarth Professorin für Übergreifendes künstlerisches Arbeiten an der Hochschule für Bildende Künste Dresden.

Die frühen tänzerischen Aktionen und bildnerischen Arbeiten verstehen den Körper und dessen Handlung in seinem räumlichen, materiellen Umfeld als neuen Wahrnehmungsraum und mögliche Erkenntnisquelle. War die Auseinandersetzung mit dem Körper zunächst im Jetzt situiert, so weitet sie diese in ihren Performances, Installationen, Video- und Objektarbeiten um kulturelle, soziale und historische Aspekte aus.

Das Künstlerarchiv wird 2020 zunächst die Arbeit „Leibnizprojekt“ als Vorlass erhalten, ein weiteres Konvolut an Entwürfen und Zeichnungen, digitalisierte Videofilme, Archivmaterial, Fotos und Objekte werden folgen.

Barbara Hammann (1945-2018) promovierte 1972 an der Universität München im Fach Kunstgeschichte. 1976 besuchte sie die Internationale Sommerakademie Salzburg. Seit Ende der Siebzigerjahre war sie autodidaktisch als freie Künstlerin in den Medien Video, Installation und Performance tätig. Von 1992 bis 2006 hatte Hammann eine Professur an der Kunsthochschule Kassel inne.

In ihren frühen Videos thematisiert sie den weiblichen Körper in der patriarchalen Gesellschaft zunächst bevorzugt in Closeups und Auto-Polaroids aus Perspektive des männlichen voyeuristischen Blicks, den sie in der Serie „Männerverfolgung“ radikal umkehrt. Ihr Oeuvre weist Kooperationen mit Künstlerkollegen, Musikern, Choreografen und Theatermachern auf, wobei der gezielte Einsatz von Licht medienübergreifend augenscheinlich wird.

Der Nachlass der Künstlerin, der Videos, Fotos, Objekte und Konzepte umfasst, wird bereits 2019 in das Künstlerarchiv kommen.

 

Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.
Ansprechpartner: Nora Höglinger
Telefon 0228 33 65 69-14
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