1. November 2018

Masterarbeit zu Ludger Gerdes‘ frühen Wandbildern an der Brüsseler LUCA-School of Arts

Yoel Pytowski, der an der LUCA-School of Arts zum Künstler ausgebildet wurde, untersucht die Entwicklung der frühen Wandbilder von Ludger Gerdes.

Die von Stefaan Vervoort betreute Masterarbeit analysiert Gerdes‘ Motive, die Parallelität der vom Künstler geäußerten kunsttheoretischen Ideen und deren Umsetzbarkeit in Ausstellungen in der Kunstakademie und der Galerie Konrad Fischer in Düsseldorf. Pytowski zeigt den Weg von Gerdes‘ ersten Ideen bis zu seiner Einladung zur Teilnahme an der documenta 1982 auf. Nach Sichtung der Archivalien und kunsttheoretischen Skizzen und Schriften von Gerdes setzte sich Pytowski mit der Beschreibung der motivischen und technischen Entwicklung in den Wandbildern, der Einordnung in parallele Kunsttendenzen der Konzeptkunst und Fragen zur Wiederaufführbarkeit auseinander.

Der künstlerische Nachlass von Ludger Gerdes (1954–2008) befindet sich seit 2010 im Künstlerarchiv der Stiftung Kunstfonds. Neben Gemälden, Skulpturen, Entwurfsmodellen, Skizzen, schriftlichen und fotografischen Projektdokumentationen, befinden sich auch zahlreiche Entwürfe für geplante und realisierte Wandbilder in den Archivalien. Sie dokumentieren, dass sich der Künstler bereits Ende der 1970er Jahre, während seines Studiums an der Düsseldorfer Akademie, mit dem Thema auseinandersetzte. Zunächst experimentierte er mit Diaprojektionen, in denen er geometrische Grundformen und eigene Architekturzeichnungen auf Wände übertrug. Dann wählte Gerdes neben klassischer Malerei vielschichtige Umsetzungen. Er applizierte Bildträger in das Wandbild oder fügte dreidimensionale Objekte hinzu. Immer suchte er eine größtmögliche Einheit von Bild und Raum und im übergeordneten Sinn von Kunst und Leben.

 

 

Abbildung: Ludger Gerdes, Wandbild in Akademie der Künste Düsseldorf, 1982, Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn