16. März 2015

Leihgaben von Renate Anger im Museum Burg Miltenberg

Eine umfangreiche Werkschau mit Bildern, Zeichnungen und Objekten von Renate Anger (1943 – 2008) aus dem Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds zeigt das Museum Burg Miltenberg vom 29.3. bis Ende Juni 2015 in der Heimatstadt der Künstlerin.

Renate Angers umfangreiches künstlerisches Oeuvre kam 2010 als einer der ersten Nachlässe in das soeben gegründete Archiv für Künstlernachlässe. Geboren in Danzig, zog sie mit ihrer Familie in den Kriegsjahren nach Miltenberg am Main. Nach ihrem Studium ab 1973 an der Städelschule in Frankfurt (Klasse Reimer Jochims) und in der Hamburger Bildhauerklasse von F. E. Walther zog sie nach Berlin und war von 1992 bis 1998 Professorin für Experimentelle Malerei an der Muthesius-Hochschule Kiel. Einem Arbeitsstipendium des Kunstfonds folgten Aufenthalte in der Villa Massimo in Rom und im Künstlerhaus Bethanien sowie der Käthe-Kollwitz Preis 2002.

Malerei war für Renate Anger ein räumliches Ereignis, ganz gleich welchen Träger sie für ihre Farben und welches Ritual für den Auftrag wählt. Ihr Werk demonstriert die Eigenmacht der Malerei, die durch Reduktion und Wiederholung von Farbe und Form, durch Dichte und leuchtende Intensität zustande kommt. Ungrundierte Leinwände überzog die Künstlerin mit brei- ten, dynamischen Pinselstrichen, mit dichten und überlappenden Farbgittern oder Punktrastern und zeigte hierbei eine besondere Vorliebe für eigenwillige Farb- und Formkombinationen. In architekturgebundenen Raumarbeiten vollzog Renate Anger situative Eingriffe, die das Kolorit und die gesetzmäßige Struktur von Interieur und Architektur unterstreichen.

Die Ausstellung in Miltenberg gibt einen Überblick über ihr malerisches und zeichnerischen Werk und bezieht auch ihre experimentellen Arbeiten auf Glas sowie eine Foto-/Wandmalerei-Installation ein und zeigt so die Bandbreite von Renate Angers künstlerischem Schaffen.


Für weitere Informationen: www.museum-miltenberg.de

Abbildung: Renate Anger, Ohne Titel, 1989, Eitempera auf Jute, 251 x 200 cm, Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015