29. Juli 2019

Leihgabe zur Sonderausstellung Peter Vogt im Museum Burg Miltenberg 2.8. – 1.11.2019

Das Museum Burg Miltenberg zeigt in einer umfassenden Sonderausstellung Köpfe und Portraits des Malers Peter Vogt (1944 - 2013) aus dem Künstlerarchiv der Stiftung Kunstfonds . Zu sehen sind Bilder aus allen Phasen seines Schaffens.

Peter Vogt wandte sich nach seinem Studium an der Münchener Akademie und einer abstrakten Frühphase Ende der 1970er der figurativen Malerei zu. Neben Körper-Bildern, Stilleben und Landschaften entstanden vor allem Selbstbildnisse und Portraits, die im Zentrum seines künstlerischen Schaffens stehen. Mit grobem Pinselstrich schuf er ab 1977 Portraits von sich und seiner Familie, die nun in Miltenberg zu sehen sein werden. Deutlich abstrahiertere und bewegtere Portraits malte Vogt in den achtziger Jahren. Angeregt durch  Beispiele aus der Kunstgeschichte sowie durch die Finalität von Totenportraits und die Eigenarten von Figurendarstellungen in rassentheoretischen Abhandlungen schuf er daran angelehnte Serien von Kopfbildern. In den neunziger Jahren bestimmten „I Calvi“ (die Kahlköpfigen) Vogts Schaffen. Durch diese Werkgruppe haarloser, stark vergrößerter Portraits, die in der Regel frontal den Betrachter mit intensiven Blicken konfrontieren, schuf Vogt das „(…) Abbild des Menschen mehr als das einzelner Köpfe“ (Uwe M. Schneede). Wie so oft erarbeitete Vogt die Calvi in Serie, die fast zeichnerisch-exakte Züge trägt. Die Exaktheit einer realistischen Wiedergabe behielt er bei, kombinierte sie aber mit der emotionalen Aufladung in Pressefotos von Sportlern, Schauspielern und Politikern, dargestellt in fotorealistischen Schwarz-Weiß-Aufnahmen der 2000er Jahre. Vogts „Pinselabstriche“ auf Papier runden die Miltenberger Ausstellung ab. Sie entstanden auf Papptellern, die der Maler als Palette nutzte. Nach Gebrauch ergänzte Vogt die Farbstriche auf den Papptellern kreativ zu Miniatur-Portraits.

 

Abbildung: Peter Vogt, 77/29 (selbst), 1977, Acryl auf Nessel, 115 x 100 cm, Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn