11. August 2015

Kunsthistorische Masterarbeiten zu Gerhard Wind an der Universität Maastricht und der Düsseldorfer Heinrich Heine Universität, restaurierungswissenschaftliche Masterarbeit zu Reiner Ruthenbeck am Institut für Restaurierungs- und Konservierungswissenschaft

In gleich zwei kunsthistorische Masterarbeiten wurde Gerhard Winds (1928-1992) umfangreicher Kunst-am-Bau Bestand wissenschaftlich aufgearbeitet.

Gerhard Wind, Vorskizze Motiv für Wand-Mosaik Forschungszentrum Jülich, 1974, 11,2 x 26,2 cm, Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn 2013

Anhand der zahlreichen Skizzen, Zeichnungen, Fotos, Schablonen, Skulpturen und Gemälde, die das Archiv für Künstlernachlässe bewahrt und die bei Auftraggebern, Architekten und Handwerkern noch zu finden waren, konnte Leanne Petersen bei Prof. Ulli Seeghers vom Kunsthistorischen Institut der Heinrich-Heine Universität Düsseldorf die Entwicklung seiner Formensprache nachvollziehen.
In zahlreichen Reisen in die nähere und weitere Umgebung spürte Frau Petersen den tatsächlichen Beständen seit den 1960er Jahren realisierter Projekte von Wind nach und erfuhr viel über den weiteren Umgang mit den einst in die Bauwerke integrierten Kunstwerken. Viele Bauherren und Gebäudenutzer zeigten sich erfreut über nähere Informationen zu den seit langem integrierten und dadurch teils unsichtbar gewordenen Kunstwerken. Sogar das Interesse an baulichen Re-Installationen und aktuellen Vor-Ort-Ausstellungen der Werke von Gerhard Wind konnte dank der nachhaltigen Recherchen von Frau Petersen geweckt werden. In diesem Sinne der Sichtbarhaltung von Winds Werk gestaltete sich die Zusammenarbeit zwischen dem Archiv und der Wissenschaft als ideal.


Bereits umgesetzt wurde die Wiederaufstellung eines Werkes von Gerhard Wind in Mönchengladbach-Rheydt. Dank jahrelangen Einsatzes von Jürgen Essers und der Unterstützung durch die Witwe des Künstlers Barbara Wind, wurde Ende 2014 der 1973 für den Standort geschaffene sogenannte „Alufant“ von Gerhard Wind nach sorgfältiger Überarbeitung der Oberfläche in der Nähe des ursprünglichen Standortes wiederaufgestellt.
Die Kunsthistorikerin Eline van Dijk forschte in ihrer Masterarbeit u.a. am Beispiel Gerhard Winds Mönchengladbacher Alufanten zu Standortbezügen von Kunst im öffentlichen Raum bei Prof. Dr. Renée van de Vall am Kunsthistorischen Institut der Universität Maastricht.


In Kooperation mit der Fachhochschule Köln verfasste Saskia Mench bei Prof. Dr. Gunnar Heydenreich am CICS Cologne Institute of Conservation Sciences die Masterarbeit zum textilen Werk von Reiner Ruthenbeck. Anhand von Werk-Beispielen aus dem Archiv und vergleichenden Werken aus musealen Beständen analysierte Frau Mench die Eigenschaften der verwendeten Stoffe hinsichtlich Glanz, Bindung und roter Farbe, um in enger Abstimmung mit Reiner Ruthenbeck Leitlinien für die Konservierung dieser Werke schriftlich niederzulegen. Besonders wichtig werden künftig für die so gewonnenen Erkenntnisse in Bezug auf die Werke Ruthenbecks aus dem Archiv sein, um diese dauerhaft optimal zu konservieren und dabei den Vorgaben des Künstlers für diese frühe konzeptuell angelegte Werkserie so genau wie möglich zu folgen. Frau Mench übergibt mit Abschluss ihrer Masterarbeit wertvolle Empfehlungen für nötige Maßnahmen zur langfristigen Bewahrung der Objekte und fügt alle gewonnenen Erkenntnisse in die Datenbank ein, so dass sie dem Archiv auf Dauer zur Verfügung stehen.

 

Abbildung: Gerhard Wind, Vorskizze Motiv für Wand-Mosaik Forschungszentrum Jülich, 1974, 11,2 x 26,2 cm, Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn 2013