17. Februar 2016

GEDANKEN-RÄUME

Geometrie und Abstraktion bei Bernd Damke, Ludger Gerdes und Jockel Heenes

Jockel Heenes, Simulation Lindenberg, 1991, Acryl / Foto, Foto: Stiftung Kunstfonds, © Nachlass Jockel Heenes

Eine Ausstellung in Kooperation der Stiftung Kunstfonds und des Kunsthistorischen Instituts der Heinrich Heine-Universität Düsseldorf

GEDANKEN-RÄUME zeigt ausgewählte Werke der drei Künstler Bernd Damke, Ludger Gerdes und Jockel Heenes aus dem Archiv für Künstlernachlässe. Zusammengestellt wurde die Ausstellung von angehenden Kunsthistorikerinnen der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf als Ergebnis einer Übung zur Kunstvermittlung unter der Leitung von Dr. Dagmar Täube. Übergreifendes Motiv der ausgestellten Werke ist die Auseinandersetzung der Künstler mit dem Raum – bildimmanent und in der Wirkung der Kunst auf den sie umgebenden Raum. Dass der ursprünglich als Winterrefektorium genutzte Ausstellungsraum im LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler mit seiner säulenbesetzten historischen Ästhetik die Studentinnen vor eine besondere Herausforderung stellte, die Werke der Künstler im Raum sichtbar zu machen, war Teil der praxisnahen Übungsaufgabe. 

In Bernd Damkes (geb. 1939) ausgestellten Bildern aus dem an das Archiv übergebene Frühwerk setzt er sich mit dem Verhältnis von Raum und Fläche auseinander und löst sich dabei immer weiter von gegenständlichen Motiven. Damke definiert den Bildraum in seinem Werk zunehmend über reine Farbe und Form. Von Ludger Gerdes (1954 – 2008) werden Bilder und Skulpturen ausgestellt, in denen Architekturformen bühnengleich mit Hilfe eingestellter Figuren auf seine intensive Auseinandersetzung von Architektur und Kunst hinweisen. Gerdes Motive eröffnen mehrschichtige kunstimmanente Raumebenen und fügen sich vielfältig in den umgebenden Raum ein. Jockel Heenes‘ (1947-2004) bildnerische
Simulationen stellen dem fotografierten Außenraum-Motiv eine gemalte skulpturale Form ein. Fast wirken die Bilder wie Vorschläge für skulpturale Platzgestaltungen. Ergänzt werden die Bilder um eine ausgestellte Skulptur, die über eine Spiegelung den sie umgebenden Raum einfängt um im werkimmanenten Abbild von der Drei- in die Zweidimensionalität übergeht. 

Die Studentinnen Lisa Albersmeier, Aleksandra Franas, Selin Hamuryen Bader, Lola Herzog, Moira-Lou Kröll und Linda Miesen haben aus den Beständen des Künstlerarchivs der Stiftung Kunstfonds die finale Werkauswahl für die Ausstellung getroffen und dabei auf Ausstellbarkeit, inhaltliche und stilistische Bezüge der Werke im Rahmen ihres Konzepts geachtet. Die Teilnehmerinnen lernten vor Ort an den Originalen und mit Hilfe der umfangreichen Archiv-Bibliothek die Positionen der ausgewählten Künstler intensiv kennen, um sie miteinander auszustellen. Teil der Übung wird es auch sein, die künstlerischen Positionen im Rahmen der Eröffnung und als Besucherbetreuerinnen zu erläutern und in Texten für eine Saalzeitung aufzubereiten. 


Gezeigt wird die Ausstellung vom 27. Februar bis zum 13. März 2016 im Winterrefektorium des LVR-Kulturzentrums Abtei Brauweiler, Ehrenfriedstraße 19, 50259 Pulheim. 


Die Öffnungszeiten sind von Donnerstag bis Sonntag von 14 bis 16 Uhr.

Kontakt: Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds: nachlass@kunstfonds.de, Tel. 02234-435 1420.