Godehard Lietzow (1937 Schneidemühl/Pommern - 2006 Berlin) studierte Malerei und Zeichnen an der Werkkunstschule Hannover und wechselte 1960 an die Hochschule für Bildende Künste Berlin. Zeitgleich begann er dort ein Germanistik-Studium an der Freien Universität und war als Journalist und Kunstkritiker für Tageszeitungen und Rundfunk tätig (u.a. Die Welt, Der Tagesspiegel, RIAS, SFB). Zusammen mit Karl-Horst Hartmann leitete er von 1970 bis 1979 die gleichnamige Berliner Galerie Lietzow, wandte sich in den Folgejahren aber wieder seiner eigenen Kunst zu.

Godehard Lietzow, Bewegter Silberspiegel, 1999, Farbfotografie, 161 x 61 cm, Nachlass Lietzow

Godehard Lietzows Frühwerk ist bestimmt von kleinformatigen Aquarell- und Tuschezeichnungen, die sich in Folge zu eigenständigen malerischen Arbeiten entwickeln und auch sein fotografisches Werk maßgeblich beeinflussen sollten. Geometrische Felder oder figürliche Reststücke bestimmen seine Aquarelle, Teile – wie Godehard Lietzow in seinen Schriften erklärt - eines »früheren Ganzen«: »Sie sind übrig geblieben aus früheren Blattzuständen«. Nicht der konzeptuelle Entwurf, der einer überschaubaren Bildgesetzmäßigkeit folgt, sondern der Prozess, die Improvisation, die Verdichtung und der Rhythmus bestimmen seine durch Subjektivität und Selbstwahrnehmung geprägte künstlerische Herangehensweise.

Über fünftausend Arbeiten umfasst der Nachlass von Godehard Lietzow, darunter zahlreiche Aquarelle, Druckgrafiken, Malerei und »Licht-Bilder« (Lietzow). Ergänzt wird sein künstlerisches Werk durch einen umfassenden Bestand an schriftlichen Aufzeichnungen und Entwürfen.

 

Ausstellungen (Auswahl):
2002 Aquarelle und Gouachen, Künstlerhaus Göttingen / 1994 Romano Guardini-Stiftung, Berlin / 1992 Haus am Lützowplatz, Berlin / 1991 27. Darmstädter Sezession, Mathildenhöhe Darmstadt / 1989 Museum Berlinische Galerie, Martin-Gropius-Bau / 1988 Große Kunstausstellung Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf

 

Weitere Informationen zum Künstler: www.godehard-lietzow.de