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Ulrike Grossarth im Badischen Kunstverein

Ulrike Grossarth, Esther und Ruth / merchants unmasked, Berlin / Lublin 2017–2019. Courtesy Ulrike Grossarth
Ulrike Grossarth, Esther und Ruth / merchants unmasked, Berlin / Lublin 2017–2019. Courtesy Ulrike Grossarth

Die umfangreiche Einzelausstellung ist die bisher größte Retrospektive der Künstlerin in Deutschland und noch bis zum 18. April 2022 in Karlsruhe zu sehen.

Von plastischen, installativen Arbeiten der 1980er und 1990er Jahre bis hin zu den aktuelleren Werken rund um das Kunstprojekt „Schule von Lublin“ präsentiert die Ausstellung "gibt es ein grau glühend?..." einen umfangreichen Überblick über das Lebenswerk von Ulrike Grossarth. Sie wird gefördert von der Baden-Württemberg Stiftung und der Stiftung Kunstfonds.

Aus dem Tanz kommend konzentriert sich Ulrike Grossarth (*1952) seit den 1980er Jahren auf die Bildende Kunst, wobei die Künstlerin selbst betont, dass sie weniger an der Herstellung von Kunstwerken interessiert ist, als vielmehr Methoden entwickeln möchte, die ein öffnendes Wahrnehmen ermöglichen. So beschäftigte sich Grossarth in ihren früheren Arbeiten mit der Veranschaulichung ökonomischer Begriffe und fiktiver Tauschaktionen, die sie in den so genannten „public exercises“ performativ behandelt.

Später gilt Grossarths Interesse der mittel- und osteuropäischen Geistesgeschichte, mit einem besonderen Fokus auf die verloren gegangenen jüdischen Geschichte im polnischen Lublin. Es entstand eine über Jahre hinweg angelegte Sammlung aus Fotos, Texten und Postern, die neben Zeichnungen und Projektionen in Grossarths Arbeiten einfließen.

Die gemeinsam mit der Künstlerin intensiv vorbereitete Ausstellung im Badischen Kunstverein nimmt Grossarths Arbeitsweise und Methode zur Übersetzung kulturgeschichtlicher Phänomene in den Blick: Materialsammlungen werden in Vitrinen gezeigt und entfalten sich zugleich im gesamten Ausstellungsraum. Neben ausgewählten Werkensembles aus verschiedenen Schaffensperioden widmet sich eine Ausstellungsebene den so genannten „Lubliner Projekten“, die die Künstlerin seit 2006 in Polen und der Ukraine veranstaltet.

2021 übergab Ulrike Grossarth erste Werke als Vorlass an das Künstlerarchiv der Stiftung Kunstfonds. Gemeinsam mit der Universität zu Münster setzte die Stiftung Kunstfonds außerdem ein Forschungsprojekt von und mit Studierenden rund um das Projekt „Schule von Lublin“ um.

  • Badischer Kunstverein
  • Ulrike Grossarth
  • gibt es ein grau glühend?...
  • Mit Fotografien aus dem Archiv von Stefan Kiełsznia
  • 11.2.–18.4.2022
  • badischer-kunstverein.de
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