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Bo Youn Ryu erhält „Förderpreis Valerie und Prof. Kurt M. Schulz-Schönhausen“

Bo Youn Ryu, Ohne Titel, 2018, Ölpastell auf Papier, Gummibänder, Metall, 70 cm x 100 cm, Foto: Bo Youn Ryu
Bo Youn Ryu, Ohne Titel, 2018, Ölpastell auf Papier, Gummibänder, Metall, 70 cm x 100 cm, Foto: Bo Youn Ryu

Der mit 10.000 Euro dotierte „Förderpreis Valerie und Prof. Kurt M. Schulz-Schönhausen“ würdigt eine herausragende künstlerische Leistung im Bereich Grafik oder Malerei und wurde von der Stiftung Kunstfonds zum dritten Mal vergeben. 

Preisträgerin in 2020 ist die südkoreanische Künstlerin Bo Youn Ryu, deren Fähigkeit, grafische Elemente in das Dreidimensionale zu transponieren, die Jury überzeugt hat. Ryu (*1990 in Seoul, Südkorea) studierte von 2012 bis 2017 an der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe und war 2018 bis 2019 Meisterschülerin von Prof. Leni Hoffmann. Sie lebt und arbeitet in Karlsruhe.

Ausgehend von formalen Überlegung zu den grafischen Grundelementen Linie, Fläche, Raum und Rahmen gelingt es Bo Youn Ryu auf leichtfüßige und scheinbar spielerische Art und Weise Alltagsgegenstände und Buntpapier in dreidimensionale Zeichnungen zu verwandeln. Banale biegsame Materialien befreit sie über Form und Farbe von ihrer ursprünglichen Funktion und hebt sie auf eine neue Ausdehnungsebene: Aus Buntpapier ausgeschnittene Rahmen unterschiedlicher Formate hängt sie lose an einen Nagel. Mit bunten Linien bemalte und halb in sich eingerollte Blätter befestigt sie mit Gummibändern an einer weißen gebogenen Metallstange, die zum dreidimensionalen Rahmen wird.

Einen Schritt weiter geht Ryu, wenn sie ihre großen Bahnen aus Buntpapier im Raum positioniert und damit der Raum zum Rahmen für die malerisch anmutenden Papierbahnen wird. Drähte, Gummibänder und Nägel halten die Papierelemente durch Perforierung oder Elastizität zusammen und lassen gleichzeitig die natürlich gewellte oder gebogene Form und die Bewegung des Papiers zu. Die Künstlerin überschreitet durch Ihre präzise und anschauliche künstlerische Setzung auf subtile Weise die Gattungsgrenzen von Grafik und Malerei.

Der Preis ist benannt nach dem Ehepaar Schulz-Schönhausen. Prof. Kurt M. Schulz-Schönhausen (1922-1999) war ein deutscher Maler und Grafiker, der ab 1957 an der Hochschule für Gestaltung in Offenbach lehrte. Sein künstlerischer Nachlass befindet sich im Künstlerarchiv der Stiftung Kunstfonds. Valerie Schulz-Schönhausen hat sich zeitlebens für Kunststiftungen engagiert. Als Journalistin berichtete sie für den Deutschlandfunk u.a. über Künstlerkolonien in Europa. Sie stiftet den "Förderpreis Valerie und Prof. Kurt M. Schulz-Schönhausen" und hat die Stiftung Kunstfonds mit der Vergabe betraut. Der Preisträger bzw. die Preisträgerin wird jährlich aus den bei der Stiftung Kunstfonds eingegangenen Stipendien-Bewerbungen ausgewählt und ergänzt das Förderprogramm der Stiftung. Am Auswahlverfahren beratend beteiligt war Dr. Gabriele Koschatzky, die Jury bestand aus den Mitgliedern der Kunstfonds-Stipendienjury.

Die Stiftung Kunstfonds ist eine bundesweit agierende Förderein­richtung, die bildende Künstlerinnen und Künstler, Kunstvereine, Galerien, Ausstellungsinstitutionen und Initiativen des Kunstbetriebs unterstützt. Sie erhält ihre finanziellen Mittel von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und der Stiftung Kulturwerk der VG Bild-Kunst.

Für weitere Informationen stehen wir gerne zur Verfügung.

Ansprechpartner: Nora Höglinger
Telefon 0228 33 65 69-14
info@kunstfonds.de

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