Stiftungsstruktur

Die Stiftung Kunstfonds ist eine autonome Fördereinrichtung, die das Modell der "Selbstverantwortung des Kunstbetriebs" in die Praxis umsetzt. Alle grundsätzlichen Fragen der Stiftung werden deshalb vom Stiftungsrat entschieden. Auch Beschlüsse über Zustiftungen und die Betreuung von Künstlernachlässen trifft der Stiftungsrat.

Weitere Gremien sind der Vorstand und das Kuratorium, das als Jury im Stipendien- und Projektzuschussprogramm für einzelne Künstlerinnen und Künstlern fungiert. Eine eigene Kommission entscheidet als Jury zu den Förderungen für Künstlervermittler, Publikationen und Verlage. Für Aufnahmeempfehlungen zum Archiv für Künstlernachlässe gibt es eine weitere Kommission, darüber hinaus einen Beirat, der alle Angelegenheiten des Künstlernachlassarchivs begleitet.

Gewählt werden der Vorstand, das Kuratorium, die Kommissionen und der Beirat vom Stiftungsrat, die Geschäftsführerin wurde vom Vorstand bestellt. Eine wichtige Grundlage für allen Gremien der Stiftung Kunstfonds ist, dass bildende Künstlerinnen und Künstler immer die Mehrheit bilden.

Partner

Seit 1980 unterstützte die Bundesregierung den Kunstfonds - zwischen 1988 und 2003 über die Kulturstiftung der Länder - mit jährlich etwa einer Million D-Mark. Während dieser Zuschuss über 20 Jahre hinweg annähernd gleich geblieben ist, ist die Zahl der Bewerbungen von anfangs 380 auf 1700 angewachsen. Der hohen Zahl der Anträge entsprechend wurden die Bundesmittel ab dem Jahr 2004 deutlich aufgestockt. Möglich wurde dies durch eine Kooperation mit der Kulturstiftung des Bundes, die dem Kunstfonds bis 2015 jährlich eine Million Euro zur Verfügung stellte. Ab 2016 wird der Kunstfonds direkt von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien mit 1,1 Mio. Euro pro Jahr gefördert. Darüber hinaus beschloss der Deutsche Bundestag eine Anschubfinanzierung von 250.000 Euro für das Archiv für Künstlernachlässe.

Die Fördergelder der öffentlichen Hand werden jährlich um rund 450.000 Euro aus den vom Wahrnehmungsgesetz vorgesehenen Kulturabzügen der Verwertungsgesellschaft Bild-Kunst erhöht. So wird der HAP-Grieshaber-Preis der VG Bild-Kunst, der jährlich von der Kunstfonds-Jury vergeben wird, erst durch diese Zusammenarbeit möglich. Auch das Archiv für Künstlernachlässe finanziert seinen Betrieb zum Großteil - bis 2016 ausschließlich - aus Fördermitteln der VG Bild-Kunst.

Von 1981 bis heute wurden mit rund 30 Millionen Euro Künstlerinnen und Künstler, Projekte und Bücher gefördert. Durch 35 Jahre kontinuierliche Fördertätigkeit hat sich der Kunstfonds den Ruf einer flexiblen und unkonventionellen Fördereinrichtung erworben, die sehr frühzeitig und zukunftsweisend handelt.

Das Archiv für Künstlernachlässe gilt als bundesweit erfolgreiches Modellprojekt für das Handling von künstlerischen Nach- und Vorlässen und ist ein gefragter Partner von Künstlerinnen und Künstlern, Erben und Nachlassverwaltern, kommunalen Einrichtungen und Galerien, Hochschulen und Museen. 

Die finanziellen Mittel, die der Bund und die VG Bild-Kunst zur Verfügung stellen, werden effektiv eingesetzt und durch Gemeinschaftsfinanzierungen mit öffentlichen und privaten Projektpartnern wesentlich erhöht, auch weil sich private Förderer an den Förderentscheidungen der Kunstfonds-Jurys orientieren.

Zunehmend berät die Stiftung Kunstfonds ihre Partner bei der Verwaltung ihrer Projektmittel und Stiftungsvorhaben. Künstlerinnen und Künstler, die ihr Vermögen langfristig zum Zweck der Künstlerförderung zur Verfügung stellen wollen, wenden sich an die Stiftung Kunstfonds genauso wie Künstlerinnen und Künstler, die ihr Lebenswerk regeln möchten. Unter Umständen kann der Kunstfonds auch Treuhänder einer unselbständigen Künstlerstiftung sein.

Ihre Aufgaben im Umfeld der Kunstförderung nimmt die Stiftung Kunstfonds in engem Kontakt mit den Künstlern und Kunstinstitutionen wahr. Die Unterstützung der Stiftung ist steuerlich begünstig. Gerade für die Zusammenarbeit mit kleineren, unselbständigen Stiftungen ist sie ein idealer Partner.