25. März 2014

URSULA BURGHARDT – FRÜHE ARBEITEN

Ausstellung des Archiv für Künstlernachlässe | 06.04. - 15.05.2014

Ursula Burghardt, Kölschglas und Tablett, 1969

Zur Eröffnung am 6. April 2014, von 12 bis 14 Uhr, laden wir Sie herzlich ein.

Begrüßung: Prof. Dr. Gerhard Pfennig, Vorstand Stiftung Kunstfonds
Einführung: Prof. Dr. Günter Herzog, wissenschaftlicher Leiter des Zentralarchivs des internationalen Kunsthandels, Köln

Kölschglas, Bratpfanne und Aktentasche, diese und weitere frühe Skulpturen von Ursula Burghardt (1928 Halle/Saale - 2008 Köln) entstanden zwischen 1968 und 1970 und werden vom Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds im temporären Ausstellungspavillon gezeigt. Skulpturen, Skizzen und Archivalien beleuchten einen Ausschnitt aus der regen Kunst- und Kulturszene, die sich in Köln in dieser Zeit etabliert hatte und in der Ursula Burghardt zusammen mit ihrem Mann, dem Komponisten Mauricio Kagel, lebte und arbeitete.

Unter den Einflüssen von Fluxus, Konzeptkunst und Pop Art schuf Burghardt ihre frühen Materialobjekte. Angelehnt an Alltagsgegenstände ahmt sie diese in scharfkantigem Aluminium oder weichem Matratzendrill nach. Ihre Arbeiten entsprechen dem Zeitgeist der damals in der Kunst verbreiteten Adaption realer Gegenstände und alltäglicher Motive.
Ausschnitte aus Kunstzeitschriften, Kritiken zu Burghardts Galerieausstellung 1968 bei Hake sowie Skizzen und Notizen aus dieser Zeit erläutern im Archiv für Künstlernachlässe das künstlerische und kulturelle Umfeld, in denen die Arbeiten entstanden. Ihr Entstehungsprozess wird in der Ausstellung mit Arbeitsutensilien und Fotos aus dem Archiv veranschaulicht. Besonderes Merkmal der Skulpturen von Ursula Burghardt ist ihre Objektauswahl, mit der sie ihre Rolle als Künstlerin und als Frau auf intelligente und subtile Weise hervorhebt.

Zeitgleich zu ihren frühen Skulpturen entstanden von Ursula Burghardt Räume für Projekte von Mauricio Kagel. Sie schuf Ausstattungen für Bühnenarbeiten und Filme. Die Ausstellung im Archiv zeigt Mauricio Kagels Film „Ludwig van ...“ (1970), der mit bühnenähnlichen Kunsträumen und Requisiten von Ursula Burghardt, Joseph Beuys, Dieter Roth und Stefan Wewerka einen musikalisch untermalten, überaus unterhaltsamen Rundgang durch Beethovens Geburtshaus in Bonn unternimmt und in einer absurd-komischen Runde des Internationalen Frühschoppens seinen fulminanten Abschluss findet. 

Ursula Burghardt emigrierte mit ihrer jüdischen Familie 1936 nach Buenos Aires, wo sie Grafik und Malerei studierte. Anfang der 1950er Jahre ging sie nach Paris und in die Lehre bei Ossip Zadkine. Nach ihrer Rückkehr nach Argentinien heiratete Ursula Burghardt 1957 den deutsch-argentinischen Avantgarde-Komponisten Mauricio Kagel und kam mit ihm zusammen nach Köln, wo sie zwischen 1957 und 1960 Metallbearbeitung bei Prof. Josef Jaeckel an der Werkkunstschule studierte. Ihre Werke befinden sich u.a. im Hamburger Bahnhof Berlin, im Museum Ludwig Köln und in der Stiftung Moritzburg Halle. 2012 wurde  Ursula Burghardts künstlerischer Nachlass dem Künstlerarchiv der Stiftung Kunstfonds zugestiftet. 

ARCHIV FÜR KÜNSTLERNACHLÄSSE DER STIFTUNG KUNSTFONDS
LVR-Kulturzentrum Abtei Brauweiler
Auf der Insel 1, 50259 Pulheim-Brauweiler
nachlass@kunstfonds.de, www.kunstfonds.de

Öffnungszeiten der Ausstellung:
Dienstag bis Donnerstag 10 bis 12 Uhr und 14 bis 16 Uhr

Nähere Informationen unter nachlass@kunstfonds.de oder Tel. 02234 435 1420.


Die Stiftung Kunstfonds wird gefördert von der Kulturstiftung des Bundes und der VG Bild-Kunst.