10. September 2013

Noch bis zum 26. September: Horst Egon Kalinowski in Brauweiler

Ausstellung des Archiv für Künstlernachlässe im Winterrefektorium der Abtei Brauweiler | 30.08. - 26.09.2013

Abbildungsnachweis: Horst Egon Kalinowski, Installationsansicht, © Stiftung Kunstfonds

Das Künstlerarchiv der Stiftung Kunstfonds zeigt noch bis zum 26.09.2013 Werke des Objektkünstlers Horst Egon Kalinowski im Winterrefektorium der Abtei Brauweiler. 


Kalinowski (*1924) studierte von 1945 bis 1948 an der Kunstakademie Düsseldorf. Nach Reisen in Italien zog es ihn Anfang der 1950er Jahre nach Paris, wo er in die zeitgenössische Kunstszene eintauchte und unter dem Einfluss von Künstlern wie Jean Fautrier, Antoni Tàpies erste Werke in Galerieausstellungen zeigte. 1972 wurde Kalinowski als Professor an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste in Karlsruhe berufen. Dort war er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1989 tätig.
Horst Egon Kalinowski lebt heute nach langen Jahren in Frankreich wieder in Düsseldorf.
Der Künstler wurde u.a. mit dem Burda-Preis für Plastik und dem Preis der Heitland-Foundation geehrt, seine Werke finden sich in bedeutenden Museumssammlungen, darunter in den Staatl. Kunstsammlungen Dresden, im Lehmbruck Museum Duisburg und im Pariser Centre Pompidou.

Schon früh experimentierte Horst Egon Kalinowski mit dem Einsatz verschiedener Materialien.
Einen Schwerpunkt in seinem Werk bilden ab 1960 bildnerische und skulpturale Kompositionen aus Leder. In einer Art organischem Balance-Akt verbindet er das Leder mit der Stofflichkeit von Holz, Metall und Textilien. Historische Transmissionsbänder wie in der gezeigten Arbeit „Sésame“ von 1985 und Treibriemen aus alten Industrieanlagen reizten Kalinowski wegen ihrer lebhaften Textur und warmtönigen Färbung. Die Spuren der Benutzung nimmt Kalinowski in das Werk auf und überträgt die Patina des Materials auf seine Objekte.
Die französischen Titel der Kunstwerke verweisen auf mythologische Themen wie in der ausgestellten großformatigen Arbeit „La peau du lion de Nemée“ von 1984: Der Sage nach gelang es Herakles, den als unbesiegbar geltenden Nemeischen Löwen zu töten und er trug fortan dessen Haut, die ihn selbst unverwundbar machte. In religiösen Titeln stellt Kalinowski Bezüge zum christlichen Martyrium her oder verbleibt wie im zentral ausgestellten „Cercle magique“ (1973) auf einer allgemein spirituellen Ebene. Anspielungen auf persönliche Erfahrungen finden sich in Titeln wie „Dos à dos“ (Rücken an Rücken, 1973).

Die Kunstwerke Horst Egon Kalinowskis werden zukünftig in der "Nachlass-Stiftung Professor Horst Egon Kalinowski" betreut, die auch einen Förderpreis für junge Künstler der Karlsruher Kunstakademie herausgeben wird. Die treuhänderische Verwaltung der Nachlass-Stiftung übernimmt die Stiftung Kunstfonds.

Öffnungszeiten der Ausstellung:

Mittwochs und donnerstags von 14 bis 16 Uhr

Weitere Informationen zur Ausstellung und Bildmaterial senden wir Ihnen gerne zu! 
Stiftung Kunstfonds – Archiv für Künstlernachlässe
Auf der Insel 1, 50259 Pulheim-Brauweiler
Telefon 02234 435 14 20, Telefax 02234 435 96 77
nachlass@kunstfonds.de
www.kunstfonds.de


Abbildungsnachweis: Horst Egon Kalinowski, Installationsansicht, © Stiftung Kunstfonds