18. Juni 2014

Das Bau-Bild Kloster von Ludger Gerdes im Museum für Gegenwartskunst Siegen

Das Bau-Bild Kloster von Ludger Gerdes (1954-2008) wird als Leihgabe vom 29.6.14 bis zum 12.10.14 in der Ausstellung "Was Modelle können" im Museum für Gegenwartskunst Siegen gezeigt.

In modellhaften Objekten aus einfachen Materialien wie Sperrholz kombinierte Ludger Gerdes als sogenannter Düsseldorfer Modellbauer aus dem Umfeld der Akademie, zu denen nach gemeinsamen Ausstellungen ab 1983 auch Harald Klingelhöller, Wolfgang Luy, Reinhard Mucha und Thomas Schütte zählten, architektonische und allegorische Elemente. Anhand dieser diskutierten die Künstler Idee und Möglichkeiten des Modellcharakters von Kunst. Ludger Gerdes erläuterte dazu später: „Da ich wissen möchte, ob man in sinnvoller und verständlicher Weise von einer autonomen Kunst sprechen kann, versuche ich mir die Beschaffenheit einer solchen Kunst im Modell vorzustellen. (…) Mein Modell autonomer Kunst sagt also, daß das Besondere von Kunstwerken darin besteht, daß sie selbst in einem bestimmten Sinne Modelle sind.“ („Autonomie, Formalismus & Moderne Kunst“, Vortrag von Ludger Gerdes am 29.6.1989 an der Kunstakademie München). 

So ist auch das Bau-Bild Kloster (1988) als Denkmodell zu verstehen, als Vertreter des Architektur-Typus eines Klosters mit all seinen möglichen formalen, inhaltlichen und spirituellen Regeln und Traditionen.

Für weitere Informationen: www.mgk-siegen.de


Abbildung: Ludger Gerdes, Bau-Bild Kloster, 1988, Acryl/Holz, 326 x 246 x 246 cm, dreidimensionales Modell eines Klosters, Inv.Nr. 2010/2334, Foto: Stiftung Kunstfonds, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014