8. Juli 2015

Aufnahme Werke von Stefan Demary in das Archiv, Werkschau ab dem 3.9.2015 bis zum 30.9.2015 im Winterrefektorium der Abtei Brauweiler

Stefan Demary (1958-2010) setzt in seiner Kunst Fundobjekte und Gebrauchsgegenstände aus dem Alltag zu Objekten und Installationen zusammen. Indem er ihren Gebrauchswert durch eine Neuanordnung untergräbt, schärft er den Blick auf die gewohnten Funktionen und die dem Gebrauch untergeordneten Gestaltungen.

Ob die zwei Plüschkätzchen an Besenstilen genauso gut den Staub aufnehmen wie der übliche Staubwedel bleibt offen. Wofür sich das Ikea Regal mit dichtgedrängten 70 Einlegeböden noch verwenden lässt, ebenso. Auch Zitate aus der Kunst- und Kulturgeschichte nutzt er, wenn eine antike Figur sich lieber am Sockel festhält als darauf zu stehen oder die chinesische Porzellanfigur nicht erkennen lässt, ob sie ihrem zu Boden gefallenen zerbrochenen Pendant mit Häme oder Mitleid hinterherblickt. 

Wiederholungen gehören ebenfalls zu Demarys Repertoire der Überführung von Gebrauchsgegenständen in Kunst. Zur Beleuchtung einer einzigen Lampe verwendet er über 100 Mehrfachsteckdosen. Da ist die Erleuchtung garantiert über das scheinbar Vertraute, das er verfremdet und über das Liebgewonnene, das er in Frage stellt. Gängige Technikgläubigkeit und verbreitete Begeisterung für Porzellan-, Spielzeug- oder Stofftiersammlungen reißt er ein, um sie mit frischem Blick vor Augen zu führen durch ihre neu zugewiesene Rolle in seiner Kunst.

In der Ausstellung zeigt das Archiv Ausschnitte aus dem breiten Oeuvre des Künstlers, das in Zukunft durch das Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds bewahrt und öffentlich gehalten wird.


Abbildung: Stefan Demary, O.T., 1983, je 5 Figuren in Knetgummihaufen in 2 Reihen gegenübergestellt, Foto: Heike Pallanca, © VG Bild-Kunst, Bonn 2015