Allen Beteiligten ist wichtig, von Anfang an rechtlich eindeutige Vereinbarungen über die Betreuung der Nachlässe und deren öffentliche Zugänglichkeit zu schließen. Die Nachlässe werden als Zustiftungen in das Vermögen der Stiftung Kunstfonds eingegliedert bzw. treuhänderisch verwaltet, und zwar mit Auflagen, die Künstler und Nachlassgeber mitbestimmen. Verabredet werden kann beispielsweise, dass die Kunstwerke verliehen werden dürfen und welche Teile des Nachlasses zur Bestandssicherung der Stiftung veräußerbar sind.

Da die Verwaltungskosten vom Archiv zum Teil eingeworben bzw. erwirtschaftet werden müssen, soll Letzteres besonders dem Zweck dienen, die laufenden Unterhaltskosten des betreffenden Nachlasses und des Archivs zu decken, natürlich nur im Rahmen präziser Absprachen mit den Zustiftern.

Zustiftungen in Form von Kunstwerken können ergänzt werden durch finanzielle Zustiftungen, aus deren Erträgen spezielle Förderprogramme – die Vergabe eines mit dem Namen des Zustifters verbundenen Preises, eines Stipendiums o. ä. – eingerichtet oder auch Publikationen und Werkverzeichnisse ediert werden.

Für den Abschluss des Vertrags gibt es verschiedene Optionen. Grundsätzlich sind zwei Varianten zu unterscheiden:

 

Erbvertrag / Testamentarische Verfügung

Künstlerinnen und Künstler bzw. Eigentümer von Kunstwerken oder Künstlernachlässen, die sich erst im Todesfall von ihren Kunstwerken, möglicherweise auch von Geld oder Immobilienvermögen, zugunsten des Archivs für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds trennen möchten, schließen notariell einen Erbvertrag ab. In diesem Vertrag wird die Zuwendung an die Stiftung Kunstfonds und die Einzelheiten der Betreuung des Nachlasses nach Eintritt des Erbfalls verfügt.

Lediglich testamentarisch von KünstlerInnen oder NachlassgeberInnen bekundete Wünsche sind rechtlich zwar bindend, ihre Umsetzung liegt allerdings in der Hand der Erben. Aller Erfahrung nach werden die Erben in Zusammenarbeit mit der Stiftung Kunstfonds bemüht sein, den letzten Willen zu erfüllen.

 

Schenkung / Zustiftung

Kunstwerke bzw. Teile eines künstlerischen Oeuvres und  Vermögensgegenstände können dem Vermögen der Stiftung Kunstfonds zugestiftet werden. Die Zustifter überlassen in diesem Fall der Stiftung schon zu ihren Lebzeiten Kunstwerke, Geldvermögen oder Immobilien. Zustiftungen dieser Art erhalten den Stiftern eine höhere Einflussnahme auf Ihre Zuwendungen. Möglich sind auch Schenkungen, die in der Regel ohne Zweckbindung der Stiftung Kunstfonds zufließen. Die Stiftung Kunstfonds schließt bei Zuwendungen jeder Art individuell angepasste und verabredete Verträge mit den Zustiftern.

 

Alle genannten Zuwendungen an die Stiftung Kunstfonds, die als gemeinnützig anerkannt ist, sind nach geltendem Steuerrecht erbschafts- und schenkungssteuerfrei. Davon unbenommen bleibt die je nach individueller steuerlicher Veranlagung ggf. anfallende Umsatzsteuer.