Renate Anger (1943 Danzig - 2008 Berlin) studierte zwischen 1973 und 1977 an der Städelschule in Frankfurt (Klasse Reimer Jochims) und weitere drei Jahre als Malerin in der Hamburger Bildhauerklasse von Franz Erhard Walther. Einem Arbeitsstipendium des Kunstfonds folgten Aufenthalte in der Villa Massimo in Rom und im Künstlerhaus Bethanien. Von 1992 bis 1998 unterrichtete Renate Anger als Professorin für Experimentelle Malerei an der Muthesius-Hochschule Kiel und erhielt 2002 den Käthe-Kollwitz-Preis.

Renate Anger, Rosa mit Gold, 1981, Ei-Tempera auf Leinwand, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014
Renate Anger, Rosa mit Gold, 1981, Ei-Tempera auf Leinwand, 140 x 120 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Malerei war für Renate Anger ein räumliches Ereignis, ganz gleich welchen Träger sie für ihre Farben und welches Ritual für den Auftrag wählte. Ihr Werk demonstriert die Eigenmacht der Malerei, die durch Reduktion und Wiederholung von Farbe und Form, durch Dichte und leuchtende Intensität zustande kommt. Ungrundierte Leinwände überzog die Künstlerin mit breiten, dynamischen Pinselstrichen, mit dichten und überlappenden Farbgittern oder Punktrastern und zeigte hierbei eine besondere Vorliebe für eigenwillige Farb- und Formkombinationen. In architekturgebundenen Raumarbeiten vollzog Renate Anger situative Eingriffe, die das Kolorit und die gesetzmäßige Struktur von Interieur und Architektur unterstreichen.

Renate Anger hinterließ ein großes malerisches und zeichnerisches Werk, darunter zahlreiche Fotografien, Glasbilder, Skizzenbücher, Studien und schriftliche Aufzeichnungen.

 

Ausstellungen (Auswahl):
2015 Renate Anger, Einzelausstellung Museum Burg Miltenberg / 2007 Galerie Gitte Weise, Berlin / 2003 6th Sharjah International Art Biennial; Akademie der Künste, Berlin / 2001 Carpe diem. Haus am Waldsee, Berlin / 1997 Kunstraum Düsseldorf / 1993 Kunstverein Oldenburg / 1991 Latvian National Museum of Arts, Riga; Kunstmuseum  Malmö / 1988 Künstlerhaus Bethanien, Berlin / 1987 4th International Triennale of Drawing, Wroclac; Australien Biennale, Sydney / 1984 Accademia Tedesca, Villa Massimo, Rom; Kunstverein Düsseldorf / 1983 Moderna Galerija Ljubljana / 1982 Kunsthalle Bremerhaven; Kampnagelfabrik, Hamburg / 1981 Museé d’Art Moderne, Paris