Pidder Auberger (1946-2012) experimentierte seit seinem Studium an der Düsseldorfer Kunstakademie mit Fotografie. Mit Hilfe chemischer Eingriffe, zeichnerischer Zusätze und durch Holzschnitttechniken erweiterte er die Fotografie um seine eigene Handschrift. Ungeachtet der Begrenzungen des reproduzierenden Mediums füllte er dies mit sprudelnder Fantasie und freute sich über „Zufälle, Merkwürdigkeiten und glückliche Fügungen, die neue Bildtechniken erschließen und durch überraschende Bildtechniken in Erstaunen versetzen“.

In der Technik des Cliché verre (Glasklischeedruck) ritzte er ein zeichnerisches Motiv in die übermalte Oberfläche einer Glasplatte, die in Verbindung mit einem fotografischen Motiv zum manuell angefertigten Negativ wird. Aubergers Werke zeugen von einem freien Umgang mit künstlerischen Techniken. Zwischen Fotografie, Grafik und Malerei gelang ihm die Schaffung einer eigenen, abstrakten Formwelt, in der Wiederholung und Variation charakteristisch sind.

Aubergers Werke sind u.a. in der Sammlung des Folkwang Museums Essen, im Museum Morsbroich Leverkusen, im Museum Weserburg Bremen, in der Sammlung Deutsche Bank, in der Stuttgarter Staatsgalerie und dem San Francisco Museum of Modern Art vertreten. Seit 2011 bewahrt das Archiv für Künstlernachlässe zahlreiche Holzschnitte und Clichés verres des Künstlers, von denen Teile im September 2011 in der Ausstellung „Schulterküsse“ gezeigt wurden. 2017 werden Aubergers Fotoarbeiten und Holzschnitte u.a. in der Galerie Schlangeneck in Euskirchen und auf der Präsentation der Sammlung Kahmen im Museum Insel Hombroich gezeigt.

Pidder Auberger, Alp / SZENEN, 1986, Schwarz-Weiss-Fotografie, Unikat, 180 x 124 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Auberger hatte dem Archiv bereits 2011 acht großformatige Holzschnitte und Clichés verres übergeben, die im September 2011 in der Ausstellung »Schulterküsse« im Säulensaal der Abtei Brauweiler gezeigt wurden.
Nach seinem Tod im Jahr 2012 hat das Archiv für Künstlernachlässe einen Großteil seines Œuvres erhalten.