Ludger Gerdes (1954 Lastrup/Cloppenburg - 2008 Dülmen) gehört zu den bedeutenden Künstlern einer Generation, deren Arbeiten die Geschichte und Theorie der Kunst gleichermaßen zum Thema macht. 

Ludger Gerdes, Maler-Bild (Kritik), 1988, Öl auf Leinwand, 200 x 100 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Gerdes begann sein Studium an der Kunstakademie Münster (Klasse Timm Ulrichs und Lothar Baumgarten) und wechselte wenige Jahre später zu Gerhard Richter an die Kunstakademie Düsseldorf. 1983 war er Stipendiat des Kunstfonds und wurde u.a. durch den Ars-Viva-Förderpreis des Kulturkreises im BDI und den Sprengel Preis für bildende Kunst Hannover ausgezeichnet. Nach Lehrtätigkeiten an der Frankfurter Städelschule und der HFG Karlsruhe unterrichtete er als Professor für Malerei an der Muthesius-Hochschule Kiel.

Ludger Gerdes kritische Reflexion über das Zusammenspiel von moderner Kunst, Institution und Ausstellung zeigt sich in einem beachtlichen künstlerischen und schriftlichen Werk. Bekannt machte ihn neben zahlreichen städtebaulichen Interventionen und Wortskulpturen sein »Schiff für Münster«, das er 1987 für die Skulptur.Projekte Münster bauen ließ. Ludger Gerdes geht in Kunst und Text der Bedeutung von Ober- flächen und Bildrealitäten nach und befragt Dinge über ihre ästhetisch-philosophischen Eigenschaften, Funktionen und Bedeutungen im urbanen Raum. Schrift-Stücke wie die Neon- skulptur »ICHS« im Garten des Krefelder Museums Haus Esters betrachtet er als »Denkmodelle« und »visuelle Metaphern« – Begriffe, die einen wesentlichen Stellenwert in seinem Gesamtwerk einnehmen.

Der Nachlass von Ludger Gerdes umfasst zahlreiche frühe bildhauerische Arbeiten aus seiner »Düsseldorfer Modellbauer«-Phase, Entwürfe für teilweise nicht realisierte städtebauliche Projekte sowie ein beachtliches Konvolut an Gemälden und Fotografien ab den späten 1990er Jahren. Sein großes, bislang wenig reflektiertes grafisches Werk umfasst Aquarelle, Skizzen, Collagen und Werkstattbücher.

 

Ausstellungen (Auswahl):
2017 Von Angst bis Wollen. Ludger Gerdes; Kunsthalle zu Kiel / 2016 Von Angst bis Wollen, Museum Haus Lange, Krefeld / 2010 Künstlerbücher. Galerie Ute Parduhn, Düsseldorf / 2008 Haus der Kunst, München / 2003 Wilhelm Lehmbruck Museum, Duisburg / 1998 Première Biennale de Montréal / 1997 Musée d'art moderne, Saint-Etienne; Neuer Berliner Kunstverein, Berlin / 1994 Kunsthalle Düsseldorf; Kunsthalle Kiel / 1993 Witte de With, Rotterdam / 1992 Württembergischer Kunstverein Stuttgart / 1990 Kunstraum und Kunstverein, München / Museum Haus Esters, Krefeld; 2000 Jahre. Bonner Kunstverein; The Institute for Contemporary Art – PS1, New York / 1988 Stichting de Appel, Amsterdam / 1987 Skulptur.Projekte, Münster / 1986 42. Biennale di Venezia, Aperto; 7 Skulpturen. Kölnischer Kunstverein / 1985 Le Consortium, Dijon / 1984 Produzentengalerie, Hamburg / 1982 documenta 7, Kassel; Galerie Konrad Fischer, Düsseldorf; Galerie Schöttle, München