Jockel Heenes (1947 Langen - 2004 bei Stuttgart) studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und an der Jan van Eyck Akademie in Maastricht. Nach Abschluss seines Studiums erhielt der gebürtige Hesse einige Stipendien im In- und Ausland. Von 1987 bis 1988 hatte er eine Gastprofessur an der Staatlichen Hochschule für Bildende Künste Frankfurt – Städelschule inne. Heenes lebte und arbeitete vorwiegend in München.

Heenes' zentrales Thema, das sich auch schon direkt zu Beginn seiner künstlerischen Karriere in den späten 1970er Jahren herauskristallisiert, ist das Empfinden und Begreifen des Raumes. Ob Tafelbild, Zeichnung, Installation oder Kunst am Bau, der Raum als Erfahrung und Gegenspiel von Innen und Außen ist seinen Werken immanent. Während er inhaltlich immer wieder um dieses Thema kreist, bedient er sich in seiner künstlerische Gestaltungsform einer breiten Palette an Medien.

Jockel Heenes, Ohne Titel, 1998, Acryl auf Bütten, 47,4 x 37,8 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Die klassischen Gattungen Zeichnung, Skulptur und Tafelbild ergänzt er im Laufe seines Schaf- fens um vielzählige Techniken, die er auch miteinander kombiniert. Diese Verknüpfungen und die daraus resultierende stilistische Vielfalt beweisen einen hohen Grad an spielerischer Freiheit, die Heenes – auch in Hinblick auf gesellschaftliche und politische Ereignisse – immer wieder neu auslotet.

In den späteren Jahren gewannen geometrische Konstruktionen, ins- besondere die Form des Fünfecks, immer mehr an Bedeutung in Heenes' Werken. Übereinander gelegte oder ineinander verschachtelte Linien ziehen sich in farblichen Abstufungen installativ durch Ausstellungs- räume oder sind als Tafelbilder angelegt.

Das Archiv für Künstlernachlässe hat ein breit gefächertes Konvolut aus plastischen Wandarbeiten, Fotografien, Grafiken und Papierarbeiten erhalten, das Heenes' künstlerisches Spektrum fast vollständig abdeckt.

 

Werkverzeichnis abrufbar unter:  www.jockelheenes.de