Horst Egon Kalinowski (1924 Düsseldorf - 2013 ebenda) studierte von 1945 bis 1948 an der Kunstakademie Düsseldorf. Anschließend verbrachte er mehrere Jahre in Italien um sich dem Studium von Mosaiktechniken zu widmen. Anfang der 1950er Jahre wechselte er nach Paris, wo er seine Werke erstmals in einer Galerie zeigte. 1972 wurde Kalinowski als Professor an die Staatliche Akademie der Bildenden Künste Karlsruhe berufen. Dort war er bis zu seiner Emeritierung im Jahre 1989 tätig.

Kalinowskis Werk ist von Abstraktion und Material geprägt. Schon früh experimentierte er mit dem Einsatz verschiedener Materialien in seinen Bildern. Mitte der 1950er Jahre entstanden erste abstrakte Collagen und Materialbilder, die er später zu sogenannten »Caissons«, mit Leder bespannte Objektkästen, weiterentwickelte.

Horst Egon Kalinowski, Dryade, 1987, Leder, Holz, 167 x 130 x 70 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Einen Schwerpunkt in seinem Werk bilden Lederkompositionen, die teils zwei- aber auch dreidimensional sind. In einer Art organischem Balance-Akt verbindet er das Leder mit Holzstücken, Metallen oder anderen Textilien. Häufig nutzt er für diese Objekte historische Transmissionsbänder und Treibriemen aus alten Industrieanlagen, die eine besondere Textur und Färbung haben und den Werken eine weiche und wärmende Ausstrahlung verleihen. Auch seine Grafiken und Bronze-Objekte, die im Laufe der Jahre sein Œuvre ergänzten, bedienen sich dieser erdigen Farbpalette.

 

Eine Auswahl von Werken des Künstlers war im Jahr 2013 in der Ausstellung "Horst Egon Kalinowski" im Schauraum des Archivs für Künstlernachlässe zu sehen.

Kalinowski wurde nicht nur mit zahlreichen Kunstpreisen wie z.B. dem Burda-Preis für Plastik oder der Heitland-Foundation geehrt, seine Werke finden sich auch in zahlreichen bedeutenden Sammlungen.

Die Kunstwerke Horst Egon Kalinowskis werden von der von ihm gegründeten "Nachlass-Stiftung Professor Horst Egon Kalinowski" betreut. Die treuhänderische Verwaltung obliegt der Stiftung Kunstfonds.