Herbert Press (1933-2002) studierte von 1951 bis 1958 Architektur an der TU Berlin, an der er zehn Jahre später eine Lehrtätigkeit für Freies Zeichnen und Malen aufnahm. Zeit seines Lebens wohnte und arbeitete Press in seiner Geburtsstadt Berlin, wo er im Jahr 2002 auch verstarb.

Schon während seines Studiums entstanden die ersten Stahlplastiken. Aus altem Eisen und anderen, nutzlos gewordenen Materialien vom Schrottplatz konstruierte der Ingenieur nicht nur feingliedrige, archaisch anmutende, sondern auch haushohe, teilweise futuristische Plastiken für den öffentlichen Raum. Einige davon sind noch heute in Parks und Gärten rund um Berlin zu sehen, wenngleich auch nicht alle mehr an ihrem ursprünglichen Platz stehen.

Herbert Press, Kopf mit zwei Rechtecken, 1989, Eisen, 65 x 40 x 25 cm, © Nachlass Herbert Press

Press spielt mit dem Gegensatz von Schwere und Leichtigkeit. In surrealistischer Manier türmt er unterschiedlichste Formen aufeinander, perforiert demolierte Platten und schweißt deformiertes Metall an von Rost zerfressenes Eisen. Trotz der Masse an Metallen und den klobigen Formen, haucht Press seinen Installationen eine ungewöhnliche Leichtigkeit ein, die nicht zuletzt durch die immer gewährte Balance zustande kommt. In seiner Orakel-Serie nutzt Press beispielsweise Wiegemesser als Grundlage und Boden der Objekte, die auf ihren scharfen Schneiden das Gewicht ihrer Aufbauten austarieren. Ebenso verraten die häufig französischen oder englischen Werktitel eine gewisse Leichtigkeit und auch Sentimentalität die dem »Metall für die Ewigkeit« entgegengesetzt wird.

Neben seinen Objekten und Plastiken gehören auch zahlreiche Radierungen, Collagen und Zeichnungen zu Press‘ Œuvre, die häufig als Skizzen für seine Installationen dienten.

Das Archiv für Künstlernachlässe hat von Herbert Press rund 400 Skulpturen aus Bronze, Eisen und Stahl in den Bestand aufgenommen.

Mehr zum Künstler: www.herbert-press.de