Erich Lütkenhaus (1924 Dülmen - 2010 Hamm) studierte in den 1950er Jahren an der Werkkunstschule in Dortmund und arbeitete anschließend als Volontär in der Werkstatt für Glasmalerei und Mosaik Wilhelm Derix in Düsseldorf. Die dort produzierten großformatigen Glasfenster von Georg Meistermann und die persönliche Bekanntschaft mit ihm beeinflussten seine spätere Zuwendung zu einer abstrakten Formensprache.

Erich Lütkenhaus, Trinität, 1989, Holz, Eisen, je 213 x 23 x 23 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Von 1963 bis 1964 war er Mitglied der »Groupe des Aluchromistes Belges«, die oxydiertes Aluminium als Malgrund wählten. In dieser Zeit übertrug er durch die Schriften C. G. Jungs inspirierte archetypische Darstellungen auf Aluminium. Ab den 1970er Jahren reduzierte er nach dem Prinzip der Vereinfachung seine Zeichnungen, Prägedrucke, Plastiken und raumbezogenen Installationen auf elementare Formen. Eisenkuben, Holzkugeln und verrostete Eisenplatten, oft in seriell angelegten Anordnungen, definieren und strukturieren die Fläche und den Raum. Sie veranschaulichen seine Suche nach der Gesetzmäßigkeit konkreter Formen. Während seine Prägedrucke eine kontemplative Betrachtung erfordern, reagieren seine raumgreifenden Installationen häufig auf Interaktionen des Betrachters, in denen das Ordnungsgefüge geändert wird. Die aktuelle Kunstgeschichtsschreibung reiht den Künstler wegen seiner konstruktiv-systematischen Arbeitsweise überwiegend in die Tradition der konkreten Kunst ein.

Neben seinem künstlerischen Werk war die Vermittlung eines intensiven deutsch-polnischen Künstleraustausches mit der heutigen Partnerstadt Kalisz und der Sommerakademie der Stadt Hamm ein besonderer Verdienst von Erich Lütkenhaus, deren Leitung er von 1994 bis 2002 innehatte. 2001 erhielt er dafür das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland.


Ausstellungen (Auswahl):
2014 - 2016 Hellweg Konkret. Eine Region im Fokus der konkreten Kunst, Ausstellungsreihe mit Stationen in Kunstmuseum Wilhelm-Morgner-Haus Soest, Unna, Schloss Oberwerries, Hamm, Carlernst Kürten Stiftung/Kreisstadt Unna, Kunstmuseum Ahlen / 2009 "Licht und Schatten", Ausstellung des Kreiskunstvereins Beckum Warendorf e.V. im Museum Abtei Liesborn / 2005 "Still & Konsequent"; Arbeiten aus der Sammlung Uwe Obier Museum für Gegenwartskunst Siegen / 2004 "HIER UND JETZT", Aktuelle Kunst in Hamm und der Region Westfalen, Kunstpreis der Stadt Hamm 2004, Gustav-Lübcke-Museum Hamm / 2003 „Große Kunstausstellung Nordrhein-Westfalen“, Kunstpalast Ehrenhof, Düsseldorf / 2002 „Kompakt – Konkret – Konstruktiv“, Muzeum Narodowe, Szczecin / 1999 „Hier und Jetzt II“, Aktuelle Kunst in der Region, Gustav-Lübcke-Museum, Hamm. / 1997 Städtisches Kramer Museum, Kunstraum, Kempen / 1993 Kunstverein Minden, Minden / 1991 Muzeum Okregowe Ziemi Kaliskiej, Kalisz/Polen / 1987 „Hagenring“, Karl-Ernst-Osthaus-Museum, Hagen / 1984 Neue Galerie, Museum Abtei Liesborn, Wadersloh-Liesborn / 1983 Wilhelm-Morgner-Haus, Soest (mit Erich Buchegger) / 1974 24. Winterausstellung der Künstler von Nordrhein-Westfalen 1974“, Kunstpalast Ehrenhof, Düsseldorf / 1971 „Reflexe Aluminium Kunstausstellung“, Kaiser Preussag Aluminium, Voerde