Edgar Knoop (*1936 in Dortmund) studierte Philosophie und Kunstgeschichte an der Universität München sowie Malerei und Grafik bei Prof. Jean J. Deyrolle und Kunsterziehung bei Prof. Anton Marxmüller an der Akademie der Bildenden Künste München. 1965 verließ er die Akademie als Meisterschüler, kehrte aber einige Jahre später wieder zurück, als man ihm eine Professur anbot. Bis zum Jahr 2000 unterrichtete er dort Experimentelle und Angewandte Farbtheorie. Neben diversen Lehraufträgen hielt er Vorträge an Hochschulen u.a. in Ägypten, den USA und Kolumbien. Kurz vor seiner Emeritierung erhielt Knoop 1997 die Ehrenprofessur an der Technischen Universität Tiflis in Georgien. Knoop lebt und arbeitet am Millstätter See in Österreich.

Knoops zentrale Themen sind Licht und Farbe sowie deren räumliche Wirkung. Intensiv setzt er sich künstlerisch mit Form- und Farbzusammenhängen im bildlichen und skulpturalen Raum auseinander. Dabei bewegt er sich in einem Spannungsfeld von Kunst, Technik und Wissenschaft.

Edgar Knoop, Ohne Titel (Networks), 2007, Collage Klebestreifen, Bleistift auf Papier, 130 x 130 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2014

Anfang der 1980er Jahre entwickelt Knoop in Zusammenarbeit mit führenden wissenschaftlichen Instituten und Professoren neue Farbprofile und Farbsequenzen. Er untersucht die Wirkung der Farben, die diese in unterschiedlichen Konstellationen auslösen, sowie die Zusammenhänge spezifischer Farbwerte und deren Auswirkung auf ihr farbräumliches Verhalten.

Die Farbe und das »Wie« ihrer Erscheinung und Rezeption bleibt auch in späteren Werken die zen- trale Fragestellung, die sich in vielfältigen Techniken artikuliert: Von Farb- profilen in den 1960er und 1970er Jahren über Leuchtstoffobjekte, Experi- mente mit Hologrammfolien in den 1980er Jahren, Lichtreflexionsstelen und lichtkinetische Objekte bis hin zu Collagen und fotografischen Serien reicht Knoops mediales Spektrum. Kunst im öffentlichen Raum bildet einen weiteren Schwerpunkt in seinem Werk. In seiner jüngeren Werk-Serie, der »Mirages - Horizons«, verarbeitet der Farbtheoretiker in collagierten Landschaften die intensive Auseinandersetzung mit zahlreichen Reisen in den Orient, nach Mittel- und Südamerika oder Asien.


Knoop übergab dem Archiv große Konvolute seines Oeuvres als Vorlass, unter anderem frühe Farbtafeln und Farbfelder aus den 1970er Jahren, kinetische Skulpturen der 1980er Jahre, ein großes Konvolut aus Collagen und eine Dokumentation seines 1996er Kunst-am- Bau Projektes „Mikado“ für die Neue Universität Augsburg.

Ausgewählte Arbeiten Knoops waren von August bis Oktober 2014 in der Ausstellung "Edgar Knoop" im temporären Pavillon des Archivs auf dem Gelände der Abtei Brauweiler zu sehen.

Weitere Informationen zu Edgar Knoop: www.edgarknoop.at