München, Haus der Kunst

"Wunden der Erinnerung" ist ein europäisches Kunstprojekt von Beate Passow (geb. 1945) und Andreas von Weizsäcker (1956-2008), beide Absolventen der Münchner Akademie der Künste. Das Projekt wurde in den Jahren 1993 bis 1995 in mehreren europäischen Ländern umgesetzt, indem Glasscheiben mit der länderspezifischen Inschrift "Wunden der Erinnerung" auf Einschusslöcher aus dem Zweiten Weltkrieg im Stadtbild installiert wurden.

Mit dem Kunstprojekt verfolgten Passow und von Weizsäcker die Idee, Spuren des Zweiten Weltkriegs zu dokumentieren und zu bewahren. Die transparenten Gläser mit der Inschrift "Wunden der Erinnerung" decken die Löcher nicht ab, sondern lassen sie sichtbar werden und verhindern Reparaturen, die das Geschehene und seine Spuren vergessen lassen. Durch die Wahl historisch bedeutsamer Orte, die mit der Geschichte des Zweiten Weltkriegs verknüpft sind, unterstreichen die Künstler das Verhältnis von Ort und Geschichte. 

Das Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds bewahrt im künstlerischen Nachlass Andreas von Weizsäckers Fotografien und Dokumentationsmaterialien zum Projekt. Aufgaben / Fragestellungen:

  • Sichtung und Verzeichnung der Projekt-Archivalien
  • Ausgewählte Sichtung von Standorten zur Überprüfung und Dokumentation der aktuellen Projektsituation vor Ort
  • Ausgewählte standortbezogene Befragungen von Passanten / Anwohner / Gebäudenutzer zur Wahrnehmung des Projekts vor Ort
  • Einbeziehen des aktuellen Forschungsstandes zu standortbezogener Kunst (Site Specificity)

 

Kontakt: Archiv für Künstlernachlässe, Pia Gamon, nachlass@kunstfonds.de