Aufgabe der Stiftung Kunstfonds ist die Förderung der zeitgenössischen bildenden Kunst in Deutschland. Die Stiftung schreibt zu diesem Zweck verschiedene Förderprogramme bundesweit aus.

Im Künstlerprogramm können sich einzelne bildende Künstlerinnen und Künstler, die dauerhaft in Deutschland leben oder Mitglied der VG Bild-Kunst/ BG I sind, um ein Stipendium oder Zuschüsse für künstlerische Projekte bewerben. Ziel ist es, die künstlerische Produktion zu unterstützen.

Im Programm für Kunstvermittlung und Publikationen werden Ausstellungen, Kunstprojekte, Dokumentationen und Künstlerkataloge gefördert.

Für den HAP Grieshaber Preis der VG BILD-KUNST ist keine Eigenbewerbung möglich.

Im Sonderprogramm SF werden Projekte mit Künstler/innen aus Flüchtlingsländern unterstützt.

Aus den jährlich rund 1700 Bewerbungen - ca. 1250 im Künstlerprogramm und 450 Anträge von Künstlergruppen, Kunstvermittlern und Verlagen - wählen zwei Jurys die Stipendiaten und die zu fördernden Projekte bzw. die Ausstellungs- und Publikationsförderungen aus. Die Mitglieder dieser Jurys werden im Stiftungsrat vorgeschlagen und gewählt. Für alle Beteiligte ist wichtig, dass nicht "Verbandsfunktionäre" in der Jury agieren sondern fachlich und künstlerisch qualifizierte unabhängige Persönlichkeiten, die die Förderanträge ausschließlich nach ihrer inhaltlichen Qualität begutachten.

Vor dem Hintergrund ihres professionellen Fachwissens urteilen die Juroren über die Konzepte der vorgestellten Projekte, über kunstspezifische Fragestellungen oder über deren Innovationsgehalt und beispielhaften Charakter. Über die Arbeitsstipendien und Projektzuschüsse an Einzelkünstler entscheiden zwölf bildende Künstler, zwei Kunstvereinsleiter und zwei Galeristen. In der Jury für Ausstellungsprojekte und Dokumentationen, die von Künstlergruppen, Kunstvermittlern und Verlagen vorgestellt werden, tagen sechs bildende Künstler, ein Kunstvereinsleiter und ein Galerist. Mit 24 sachkundigen Fachleuten, die in verschiedenen Regionen Deutschlands leben und arbeiten, ist das vorhandene professionelle Basis-Wissen so breit und umfassend wie nur irgend möglich, damit die aus allen Bundesländern eingereichten Bewerbungen auch adäquat eingeordnet und beurteilt werden können. Die speziellen Sachkenntnisse, die jeder einzelne Juror mit einbringt, sorgen für eine größtmögliche Objektivität bei der "Qual der Wahl".

Jedes Mitglied der Jury wird für drei Jahre gewählt und kann nach Ablauf der Amtszeit wiedergewählt werden. Nach sechs Jahren muss jedes Mit­glied unwiderruflich aus der Jury ausscheiden.

Zu diesen 24 Fachjuroren kommt als Vertreter der öffentlichen Hand, die den Löwenanteil der Fördergelder zur Verfügung stellt, ein von der Kulturstiftung des Bundes benanntes Kuratoriumsmitglied hinzu. Bei Förderentscheidungen innerhalb der Jury hat dieses Mitglied allerdings kein Stimmrecht, da die inhaltliche Qualität der Kunstwerke nur von kundigen Fachleuten beurteilt werden soll.