Nach seinem Studium an der Kunstakademie Düsseldorf 1978-1985 bei Tony Cragg und Fritz Schwegler unterrichtete Stefan Demary (1958-2010) an der Kunstakademie Münster, der Hochschule Niederrhein in Krefeld und der Kunsthochschule Kassel. In seinem künstlerischen Schaffen setzte er Fundobjekte und Gebrauchsgegenstände aus dem Alltag zu Assemblagen und Installationen zusammen. Indem er ihren Gebrauchswert durch eine Neuanordnung untergrub, schärfte er den Blick auf die gewohnten Funktionen und die dem Gebrauch untergeordneten Gestaltungen. Demary bediente sich stilistisch der Verfremdung von Alltagsgegenständen – frei nach Marcel Duchamp, den er als Vorbild ansah. Auch Zitate aus der Kunst- und Kulturgeschichte verwendet er, Wiederholungen gehörten ebenfalls zu Demarys Repertoire der Überführung von Gebrauchsgegenständen in Kunst.

Von Stefan Demary erhielt das Archiv für Künstlernachlässe der Stiftung Kunstfonds aus dem Nachlass eine repräsentative Werkauswahl mit Beispielen aus allen Schaffensperioden. Einen Einblick in das umfassende Oeuvre gewährte im Oktober 2015 die Ausstellung "Stefan Demary" im Winterrefektorium der Abtei.

Stefan Demary, Ohne Titel, 1994, Ikea-Holzregal mit 70 Einlegebrettern, Holz, Metall, 208 x 88 x 30 cm, © VG Bild-Kunst, Bonn 2016