Eine Ausstellung der Stiftung Kunstfonds

Dave Allen, Mariola Brillowska, Walter Dahn, Stefan Demary, Tamara Grcic, Hans Hemmert, Nana Petzet, Alexandra Ranner, Eva Maria Schön, Dagmar Varady

Noch 1995 befürchteten viele der an der Kunstfonds-Ausstellung "RAM – Realitiät, Anspruch, Medium" beteiligten Künstlerinnen und Künstler, dass die Kunst von den technischen Möglicheiten überrollt werden und gegenüber einem immer dominanter werdenden Spieltrieb ins Hintertreffen geraten könnte, dass Quantität die Qualität verdrängt.

Heute – 10 Jahre später – ist die Materialschlacht geschlagen und die Kunst hat das vorübergehend an Technik und kunstferne Materialitäten verlorene Terrain nicht nur zurückerobert, sondern sich die neuen Ausdrucksformen dienstbar gemacht.

"Stabile Seitenlage" zeigt Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern, alle ehemalige Stipendiaten des Kunstfonds, die im multimedialen Mediendschungel ein gutes Stück zurückgelegt haben und nun – gleichzeitig beflügelt und ernüchtert – souverän verschiedene Medien, Materialien und Techniken nutzen. Jeder Schritt auf dem Pfad dieser interdisziplinären Kombinationskunst ist ein Versuch, dem selbstgesteckten Ziel, die eigene künstlerische Aussage adäquat und prägnant zu formulieren, näher zu kommen.

Es geht in der Ausstellung also auch um das künstlerische Werk im Fluss, in ständiger Verwandlung. Die vorgestellten Werke erlauben einen direkten Einblick in den künstlerischen Entstehungsprozess, der nicht geradlinig, sondern sprunghaft und bisweilen widersprüchlich verläuft. Der von den Künstlerinnen und Künstlern implizierte "multimediale Reflexionsbogen" der eigenen Position verheißt darüber hinaus Querverbindungen und neue Blickwinkel auf bereits bekannte, doch irrtümlich mit dem Label "erschöpfend behandelt" versehene und in die Schublade verbannte Themen.

Wesentlich und allen vorgestellten Arbeiten gemeinsam ist, dass sich die Komplexität der jeweiligen künstlerischen Position erst durch die Kombination unterschiedlicher medialer und materieller Komponenten offenbart.

Konzeption und Idee der Ausstellung wurden von der Ausstellungsgruppe des Kunstfonds, der Maria Fisahn, Else Gabriel, Hartmut Neumann, Helmut Schweizer und Bernhard Wittenbrink angehören, entwickelt.

Der Katalog zur Ausstellung ist im Revolver Verlag erschienen.